Straßenbahnen und Fahrgäste an einer Haltestelle
Da war wieder was los: Der Streik im Nahverkehr sorgte deutschlandweit für Aufregung. Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Überblick Streik im ÖPNV - wie geht es weiter?

15. März 2024, 08:24 Uhr

In den letzten Wochen war es der Nahverkehrs-Streik, der vielen die Nerven raubte. Der Großteil der Streiks ist zunächst beendet, doch die Ungewissheit geht weiter. Was jetzt passieren kann - und wo als nächstes gestreikt wird:

Wann wird wo im ÖPNV gestreikt?: Hier finden Sie alle Bundesländer im Überblick:

Baden-Württemberg

Für die Stadt Karlsruhe gibt es einen Streikaufruf der Gewerkschaft GDL bei Unternehmen des DB-Konzerns für Dienstag, den 12.März von Betriebsbeginn bis Betriebsende.

Nicht betroffen sind die Bus- und Straßenbahnlinien der VBK sowie die Stadtbahnlinien S1, S11, S12 und S2.

Auf den Stadtbahnlinien S4, S5, S51, S6, S7 und S8 kommt es zu einzelnen Fahrtausfällen. Insbesondere betroffen ist die Linie S4 im Abschnitt zwischen Eppingen, Heilbronn und Öhringen. Die Stadtbahnlinien S41 und S42 verkehren nur alle zwei Stunden.

Sollten auch Stellwerke bestreikt werden, kann es zu großen Auswirkungen kommen.

Bayern

Bayern war als einziges Bundesland bisher nicht von Warnstreiks betroffen.

Berlin

Am Montagmorgen (11.03.) teilte die S-Bahn Berlin auf Twitter mit, dass es durch den GDL-Streik zu massiven Beeinträchtigungen des S-Bahn-Verkehrs kommen werde, die BVG sei allerdings nicht betroffen.

Brandenburg

Aktuell gibt es keine Streiks im Nahverkehr.

Bremen

Aktuell gibt es keine Streiks.

Hamburg

Aktuell gibt es keine Streiks.

Hessen

Aktuell gibt es keine Streiks im ÖPNV.

Mecklenburg-Vorpommern

Aktuell gibt es keine Streiks.

Niedersachsen

Aktuell gibt es keine Streiks.

Nordrhein-Westfalen

Die Augen der Pendler aus NRW sind am Montag (11. März) nach Dortmund gerichtet. Denn nach mehreren Warnstreiks in den vergangenen Wochen setzt sich ver.di erneut mit Vertretern der Nahverkehrsbetriebe an einen Tisch. Vor der dritten Verhandlungsrunde liegen die Positionen aber weit auseinander.

So fordert die Gewerkschaft unter anderem weiter zusätzliche freie Tage, um das Personal zu entlasten. Denn tagtäglich fallen zahlreiche Verbindungen wegen Personalmangels aus.

Sollte es keine Einigung geben, könnte ver.di auch unbefristete Streiks ins Spiel bringen. Sollten sich 75 Prozent der Verdi-Mitglieder dafür entscheiden, könnte das den ÖPNV in NRW über Wochen stilllegen.

Rheinland-Pfalz

Die Beschäftigten der privaten Busunternehmen in Rheinland-Pfalz haben seit dem Montag-Vormittag (11.03.) die Arbeit niedergelegt. Der Streik soll bis kommenden Sonntag dauern. Hintergrund ist der Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten 500 Euro mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 3.000 Euro zum Ausgleich der Inflation. Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz hatte zuletzt 2,5 Prozent mehr Lohn für die Busfahrerinnen und -fahrer im ÖPNV angeboten.

Saarland

Aktuell gibt es keine Streiks.

Sachsen

Aktuell gibt es keine Streiks im Nahverkehr.

Sachsen-Anhalt

Aktuell gibt es keine Streiks.

Schleswig-Holstein

Aktuell gibt es keine Streiks.

Thüringen

Aktuell gibt es keine Streiks.

Gibt es eine Entschädigung, wenn Bus, U-Bahn oder Straßenbahn nicht fahren?

Was tun, wenn ich nicht mit Bus und Bahn zur Arbeit komme? Einfach zu Hause bleiben darf man nicht. Ähnlich sieht es für Schüler aus.

Hat ein Zug der Deutschen Bahn erhebliche Verspätung oder fällt ganz aus, haben die betroffenen Fahrgäste einen Anspruch auf Entschädigung - auch bei Streiks. Wie hoch diese ausfällt, regelt die EU-Fahrgastverordnung.

Ist man mit den "Öffis" unterwegs, sieht das anders aus. Bei einem Streik hat man hier keinen Anspruch auf Beförderung oder Fahrpreis-Erstattung. Auch die von vielen Verkehrsunternehmen zugesicherte "Mobilitätsgarantie" gilt dann nicht mehr.

Auch Taxikosten werden nicht ersetzt. Selbst dann nicht, wenn man aufgrund des Streiks nicht pünktlich zur Arbeit kommt.

Auf einer Anzeigetafel an einer Stadtbahnhaltestelle der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra steht am frühen Morgen „Heute fahren KEINE Busse und Bahnen!“.
Sind Arbeitnehmer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, sollten sie sich um Alternativen kümmern, wenn der ÖPNV bestreikt wird. Bildrechte: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Was gilt, wenn man zu spät am Arbeitsplatz erscheint?

Der Weg zur Arbeit liegt grundsätzlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Er trägt das sogenannte Wegerisiko. Ein Grund, nicht pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, ist ein Streik des ÖPNV also nicht.

Wer zu spät zur Arbeit kommt, ist verpflichtet, die gesamte Arbeitszeit nachzuholen - oder für diese Zeit Urlaub oder Ausgleich zu nehmen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Arbeitgeber. Ein Recht auf das Nachholen der verpassten Arbeitszeit hat der Arbeitnehmer nicht.

Falls möglich, kann man sich mit dem Arbeitgeber auf Homeoffice einigen. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich mit dem Chef schon vorab auzutauschen. In der Regel werden Streiks rechtzeitig angekündigt.

Arbeitnehmer muss sich um Alternativen bemühen

Wer sich im Vorfeld nicht um Alternativen bemüht hat, seinen Arbeitsplatz pünktlich zu erreichen, muss sogar mit einer Abmahnung rechnen. Bei mehrmaligem Zu-spät-Kommen droht schlimmstenfalls die Kündigung.

Nicht zumutbar ist es allerdings, die Fahrt zur Arbeit einen Tag vorher anzutreten. Gleiches gilt für Fahrtkosten für ein Taxi, deren Höhe in keinem Verhältnis zum Gehalt stehen.

Muss mein Kind trotz Streik zur Schule?

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gilt in Deutschland eine Schulpflicht - auch bei Streik. Bei Minderjährigen sind die Eltern in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Kind am Unterricht teilnehmen kann.

Letztlich liegt es in der Hand der Schulen, ob sie das Fernbleiben eines Schülers als "unentschuldigtes Fehlen" werten.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. März 2024 | 17:15 Uhr

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