Lächelnde Frau mit Siegerpose in der Natur
Leicht und stark zugleich: So fühlen sich viele Menschen nach einer Fastenkur. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Tipps und Anleitung Neue Leichtigkeit: So geht Heilfasten nach Buchinger

29. Februar 2024, 15:04 Uhr

Vielleicht haben Sie schon öfter überlegt, zumindest tage- oder wochenweise mal "richtig" zu fasten - also mehrere Tage lang tatsächlich keine feste Nahrung zu sich zu nehmen? Dann ist die diesjährige Fastenzeit ja möglicherweise ein guter Moment, um das sogenannte Heilfasten mal auszuprobieren? Alles, was Sie dafür wissen müssen:

Schritt für Schritt: So geht Heilfasten / Buchinger-Heilfasten

Heilfasten ist eines der ältesten Naturheilverfahren der Welt. Es hat eine positive Wirkung auf Entzündungsprozesse, Blut- und Cholesterinwerte.

Auch für die Verbesserung von Hauterkrankungen, Darmerkrankungen und Gelenkproblemen wird Fasten häufig empfohlen.

Die sogenannte Autophagie, das durch Fasten ausgelöste "Recycling der Zellen", ist wissenschaftlich nachgewiesen: Dabei werden defekte oder beschädigte Moleküle vom zelleigenen Abfallentsorgungssystem geschreddert und abgebaut und daraus neue Energie gewonnen. Diese Art der Entgiftung des Körpers hält den Körper fit und sehr wahrscheinlich auch jung. Faszinierend!

Dennoch: Wie wirksam das Heilfasten tatsächlich ist, darüber sind sich Medizinerinnen und Mediziner hierzulande noch nicht abschließend einig.

Frau sitzt vor einem leeren Teller
Keine Angst: Der Teller bleibt zwar leer, aber nach ein bis zwei Tagen ist der große Hunger meist verschwunden. Bildrechte: IMAGO / Westend61

So geht’s: Über einige Tage nehmen Sie bei dieser Methode keine feste Nahrung zu sich. Gegessen wird nichts, dafür umso mehr getrunken: Mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit am Tag, dazu kommen Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäfte oder auch etwas Honig.

Die ersten zwei Tage ohne feste Nahrung sind oft schwierig, danach wird es meist besser und auch der Hunger verabschiedet sich.

Wie lange dauert Heilfasten?

Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) empfiehlt sieben bis zehn Tage fasten sowie einen Vorbereitungstag (Entlastungstag) und abschließend drei Tage, um sich wieder an die normale Nahrungszufuhr zu gewöhnen (Aufbautage).

Beides ist wichtig: Mit den Entlastungstagen wird der Körper optimal auf die Fastenphase vorbereitet. Gut sind hier leichte Kost wie gedünstetes Gemüse oder Porridge, wenig Fett, kein Fleisch. Auch Alkohol und Nikotin sollten Sie in dieser Zeit bereits weglassen.

Eine Frau geht mit ihrem Hund auf einem Waldweg
Viel frische Luft und Bewegung tun gut - besonders in der Fastenzeit. Bildrechte: IMAGO/onemorepicture

Was Sie unbedingt beachten sollten

Wenn Sie das Heilfasten ausprobieren möchten, sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt. Möglich ist auch eine betreute Fastenkur in der Gruppe. Schwangere, Stillende und Kinder sollten grundsätzlich nicht fasten, da sie viele Nährstoffe und Vitamine benötigen.

Genau hinschauen sollte man auch bei niedrigem Blutdruck, Stoffwechselerkrankungen, chronischen Krankheiten, Krebserkrankungen und hohem Lebensalter. Aufpassen sollten Sie auch, wenn Sie unter Migräne leiden.

Wenn’s los geht: Sie haben die Entlastungszeit hinter sich? Dann los! Eine Fastenkur wird häufig mit einer Darmreinigung begonnen. Damit wird das Hungergefühl in der Fastenzeit ausgeschaltet.

Für die nächsten Tage wird dann eigentlich nur getrunken: Kräutertee, Gemüse- oder Obstsaft und ungesalzene Gemüsebrühe, zwischendurch ein bis drei Teelöffel Honig.

Gemüsestückchen in kochendem Wasser mit Kräutern.
Die Fastenbrühe selber machen ist ganz einfach. Wir haben ein praktisches Rezept. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Rezept: Fastenbrühe (Gemüsebrühe)

Das brauchen Sie:

  • 100 g Möhren oder anderes Gemüse wie Fenchel, Pastinaken, Porree
  • 100 g Pilze (zum Beispiel Champignons)
  • 2 Zwiebeln
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 Bund Suppengrün
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Senfkörner (nach Belieben)
  • 1 EL natives Olivenöl
  • Wasser


Zubereitung:

  1. Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden. Suppengrün waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Petersilie waschen, trocken schütteln und klein hacken.
  2. Alle Zutaten in einen großen Topf geben und ca. 1,5 Liter Wasser angießen. Alles einmal aufkochen, dann für circa eine Stunde bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  3. Gemüsebrühe durch ein Sieb gießen und auffangen. Die Brühe kann direkt in verschließbare und sterile Schraubgläser abgefüllt werden. Im Kühlschrank ist sie dann für etwa eine Woche haltbar.
  4. Sie können auch mehr zubereiten und Brühe einfrieren.

Lassen Sie es sich wirklich gut gehen in diesen Tagen: Entspannen Sie sich, gehen Sie spazieren, machen Sie Leberwickel oder Entspannungsübungen, je nach Ihrer persönlichen Vorliebe.

Trotz der Müdigkeit, die Sie möglicherweise in den ersten Tagen spüren, gilt dabei aber auch: Runter vom Sofa - zumindest zwischendurch, denn der Körper entzieht den Muskeln während des Fastens Eiweiß. Bewegen Sie sich daher ausreichend, um Muskelabbau vorzubeugen.

Frau sitzt auf einer Yogamatte und trinkt ein Glas Wasser.
Empfohlen: Wohltuende Bewegung in der Fastenzeit und viel Trinken. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Zurück in die Normalität: Auch die Aufbautage danach sind für den Erfolg Ihrer Fastenkur entscheidend: Mit gut ausgewählten Lebensmitteln und weniger Kalorien wird der Körper langsam wieder ans Essen gewöhnt.

In diesen Tagen gilt: Keine schweren Mahlzeiten, viele Ballaststoffe, gute Pflanzenöle. Wer langsam und gut kaut, tut seinem Körper darüber hinaus etwas Gutes: Der Körper kann sich langsam wieder an das Essen gewöhnen und die neu gewonnene Geschmacks-Sensibilität bleibt länger erhalten.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wenn Sie vorab vom Arzt das OK zum Fasten erhalten haben, müssen Sie lediglich mit vorübergehenden Beschwerden rechnen - möglich sind unter anderem:

  • Kreislaufprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen

Meist werden diese Beschwerden aber nach den ersten ein, zwei Tagen besser. Viele Menschen fühlen sich in der Fastenzeit sogar besonders gut und energiegeladen.

Checkliste: Passt Heilfasten zu mir?

  • Ja, wenn Sie sich im Alltag für eine begrenzte Zeit etwas Freiraum sichern können, denn gerade in den ersten Tagen ist man oft müde und hat Kopfschmerzen.
  • Ja, wenn Sie sich auch ein paar Tage ein bisschen aus dem Familienkochen zurückziehen können - ständig mit den Leckereien der Familie konfrontiert zu sein, ist anstrengend.
  • Ja, wenn Sie Lust auf einen Neustart haben, zum Beispiel für eine anschließende Ernährungsumstellung.
  • Ja, wenn Sie nicht abnehmen wollen, denn der Gewichtsverlust durch die Fastentage wird danach meist schnell wieder ausgeglichen.
  • Ja, wenn Sie das Thema Ernährung und Essen mal mit neuen Augen sehen wollen.
  • Ja, wenn Sie neugierig sind - die ersten Tage können herausfordernd sein, aber viele Menschen berichten von spannenden Erfahrungen.
  • Ja, wenn Sie auch aus ärztlicher Sicht das Okay dazu erhalten haben.

Andere Fastenformen: Intervallfasten, Intermittierendes Fasten, 16:8-Fasten

Es gibt noch weitere interessante Fastenmethoden! Beim Intervallfasten und Intermittierenden Fasten wird beispielsweise nicht mehrere Tage, sondern nur stunden- oder tageweise gefastet.

Vorteil: Der Stoffwechsel bleibt unverändert, der Körper baut keine Muskeln ab, der Jojo-Effekt bleibt aus. Weiteres Plus: Beim Intervallfasten wird der Zucker- und Fettstoffwechsel des Körpers verbessert. Es gibt dabei verschiedene Ansätze und Formen.


Fasten Am Aschermittwoch beginnt traditionell die Fastenzeit, in der Christen sich auf Ostern und damit auf das Fest der Auferstehung Jesu vorbereiten. Auch in anderen Religionen wird gefastet.

Allerdings: Fastenkuren aus gesundheitlichen Gründen - wie das Heilfasten - haben mit diesem religiös bedingten Fasten nichts zu tun. Deshalb unterscheiden sie sich auch in ihrer Dauer deutlich voneinander und sind zumeist kürzer.

Die Schnittmenge zwischen dem religiösen und dem Gesundheits-Fasten: Der bewusste Verzicht, der Besinnung und eine Pause für Körper und / oder Geist bietet.

Dieses Jahr beginnt die Fastenzeit am 14. Februar und endet am 31. März – das sind 46 Tage.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Februar 2024 | 17:15 Uhr

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