Xatar, 2022
Rapper Xatar ist im Alter von 43 Jahren gestorben. Bildrechte: IMAGO / Panama Pictures

Überraschend gestorben Deutsche Hip-Hop-Szene trauert um Rapper Xatar

09. Mai 2025, 17:04 Uhr

Schock für die deutsche Rap-Szene: Xatar, der mit bürgerlichem Namen Giwar Hajibi heißt, ist tot. Der Rapper starb völlig überraschend im Alter von nur 43 Jahren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurde Xatar am Donnerstag (08.05.) tot in einer Wohnung in Köln aufgefunden.

Xatar hinterlässt seine Frau Farvah, mit der er mehr als 15 Jahre zusammen gewesen sein soll, und fünf Kinder.

Staatsanwaltschaft ermittelt Todesursache

Die Todesursache ist noch unklar. Nach dpa-Informationen hat die Staatsanwaltschaft ein sogenanntes Todes-Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es soll klären, ob es Hinweise für "ein strafrechtlich relevantes Fremdverschulden" am Tod des Rappers gibt.

Eine Obduktion sei bereits durchgeführt worden. Dabei seien keine "Zeichen äußerlicher Gewalteinwirkung" festgestellt worden, heißt es weiter von der Staatsanwaltschaft. Die Untersuchungen dauerten aber noch an. Insbesondere sei ein chemisch-toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben worden. Bis zu gesicherten Erkenntnissen könnten aber Wochen vergehen.

Xatar (Giware Hajabi) und Farvah Heidari, 2022
Xatar mit seiner Frau Farvah im Jahr 2022. Bildrechte: IMAGO / Panama Pictures

Einfluss als Rapper und Produzent

Der im Iran geborene Musiker, Sohn eines berühmten Komponisten und Dirigenten und einer Musikerin, galt als eine der einflussreichsten, aber auch umstrittensten Figuren der deutschen Rap-Szene. Seine Alben eroberten die Charts und machten ihn zur Ikone einer ganzen Generation. Mit seinem Label "Alles oder Nix Records" entdeckte und förderte er zahlreiche andere Künstler wie zum Beispiel Schwesta Ewa und SSIO.

Kein Wunder also, dass sich die Nachricht von Xatars Tod am Freitag (09.05.) wie ein Lauffeuer verbreitete. Die Anteilnahme in der Hip-Hop-Szene ist riesig. Rap-Kollegen wie Fler, Haftbefehl oder Farid Bang würdigten Xatar als eine der größten Rap-Legenden. Auch Kurt Krömer, bei dem Xatar Anfang April noch Podcast-Gast war, drückte auf Instagram sein Beileid aus: "Möge seine Seele in Frieden ruhen."

Haftstrafe nach Gold-Raub

Doch es gab nicht nur musikalischen Erfolg. Xatar geriet auch mit dem Gesetz in Konflikt. Bekannt wurde er unter anderem durch einen spektakulären Goldraub im Jahr 2009, bei dem er und seine Komplizen einen Goldtransporter überfielen und nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schmuck und Zahngold erbeuteten.

Xatar wurde gefasst und zu einer Haftstrafe verurteilt. Aus dem Gefängnis heraus gelang ihm der Einstieg ins Musikbusiness. Aber auch als Geschäftsmann startete er durch. Er verdiente sein Geld im Schmuckgeschäft, besaß einen Döner-Imbiss und eine Shisha-Bar.

Einer der Angeklagten im Goldraubprozess, Rapper Giwar H. alias Xatar, sitzt am Donnerstag (22.12.2011) in Stuttgart im Gerichtssaal des Landgerichts.
Xatar wurde nach einem spektakulären Gold-Raub zu einer Haftstrafe verurteilt. (Archiv) Bildrechte: picture alliance / dpa | Franziska Kraufmann

Film "Rheingold" über Xatars Leben

Xatars Lebensgeschichte liest sich nicht nur wie ein Drehbuch, sie war tatsächlich die Grundlage für ein solches. Im Jahr 2022 wurde Xatars Leben von Regisseur Fatih Akin unter dem Titel "Rheingold" verfilmt.

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Xatar
Rapper Xatar starb am 9. Mai 2025. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Giwar Hajabi hieß, wurde tot in einer Kölner Wohnung gefunden. Er wurde 43 Jahre alt. Bildrechte: IMAGO/Panama Pictures
Xatar
Rapper Xatar starb am 9. Mai 2025. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Giwar Hajabi hieß, wurde tot in einer Kölner Wohnung gefunden. Er wurde 43 Jahre alt. Bildrechte: IMAGO/Panama Pictures
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Regisseur James Foley soll am 6. Mai nach seinem Kampf gegen einen Hirntumor gestorben sein. Bildrechte: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa | Daniel Reinhardt
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Die US-amerikanische Singer-Songwriterin Jill Sobule, die unter anderem den 90er-Jahre-Hit "I Kissed a Girl" geschrieben hat, ist am 1. Mai bei einem Hausbrand in Minnesota ums Leben gekommen. Bildrechte: IMAGO / UPI Photo
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"Der Alte" wurde 100 Jahre alt: Rolf Schimpf ist am 22. März in einem Pflegeheim in München gestorben. Bekannt war der Schauspieler aus der ZDF-Krimireihe "Der Alte". Bildrechte: picture alliance/Sven Simon/Frank Hoermann
George Foreman
George Foreman, ehemaliger Box-Weltmeister im Schwergewicht und Olympiasieger, ist am 21. März im Alter von 76 Jahren gestorben. Bildrechte: picture-alliance/dpa/dpaweb/Horst Ossinger
Die Sängerin AnNa R. (Andrea Neuenhofen), bei dem Konzert «Pankow und Gäste» auf der Bühne im Schlosspark.
AnNa R. war die ehemalige Sängerin der Band "Rosenstolz". Sie starb Mitte März im Alter von 55 Jahren. Bildrechte: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
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Die US-Soulsängerin Angie Stone ist am 1. März im Alter von 63 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben. Ihr bekanntester Song war die Ballade "Wish I Didn't Miss You". Die "New York Times" nannte sie im Jahr 2001 die "neue Königin des Soul". Angie Stone wurde dreimal für den US-Musikpreis Grammy nominiert. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Pressdraht
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Schauspieler Gene Hackman wurde am 26. Februar leblos in seinem Haus in Santa Fe aufgefunden. Bildrechte: picture alliance/MGM/Courtesy Everett Collection
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Die Schauspielerin Michelle Trachtenberg starb im Alter von nur 39 Jahren. Sie wurde am 26. Februar in ihrem Apartment leblos aufgefunden. Bildrechte: Colourbox.de
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