Ein Kleiner Mungo.
Der kleine Mungo kam im 19. Jahrhundert aus Asien nach Europa und wurde hier in Zoos gehalten. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Tierische Einwanderer Invasive Arten: Diese Tiere stehen auf der Liste

16. April 2024, 21:28 Uhr

Was sind invasive Arten?

Invasive Arten, auch Neozoen genannt, sind Tier- oder Pflanzenarten, die hier nicht heimisch sind und durch fremdes Zutun in Deutschland sesshaft geworden sind. "Invasiv" werden diese Tiere dann, wenn sie sich ausbreiten und dadurch heimische Tierarten und Ökosysteme gefährden.

Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse wurde erstmals 2004 in Europa nachgewiesen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Axel Heimken

Diese Tiere stehen auf der Invasiv-Liste (Auswahl)

Aktuell gibt es in Deutschland 46 invasive Tierarten. Dazu zählen unter anderem:

  • Asiatische Hornisse
  • Bisamratte
  • Schwarzer Zwergwels
  • Grauhörnchen
  • Kleiner Mungo
  • Nordamerikanischer Ochsenfrosch
  • Nutria
  • Waschbär
  • Regenbogenforelle
  • Maiswurzelbohrer
  • Schiffsbohrmuschel

Ein Biber isst eine Karotte.
Nutrias sind in Deutschland sehr etabliert. Eigentlich stammen sie aus Südamerika. Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Warum müssen invasive Arten bekämpft werden?

Invasive Arten verbreiten sich extrem schnell und sind ökologisch bedenklich. Sie treten mit den heimischen Tieren in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen und führen so auf lange Sicht zu einer Beeinträchtigung der heimischen Biodiversität.

Zudem können die fremden Tiere auch Menschen direkt betreffen, indem sie Krankheiten und Schädlinge mit einführen.

Ein junger Waschbär (Procyon lotor) erkundet einen Garten.
Die wohl bekannteste invasive Art in Deutschland ist der Waschbär. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Schäden in Milliardenhöhe

Auch nicht zu unterschätzen ist der wirtschaftliche Schaden, den invasive Arten anrichten. Einer Schätzung zufolge, liegen die Kosten für die Beseitigung dieser Arten in der EU zwischen 9,6 und 12,7 Milliarden Euro - pro Jahr!

Laut einer Studie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung aus dem Jahr 2022 lagen die Ausgaben der Bekämpfung im Jahr 2020 weltweit bei 3,7 Milliarden Euro. Den Schaden, den die invasiven Arten anrichten, ist gleichzeitig aber mindestens zehnmal so hoch.

Ein Ochsenfrosch sitzt in einem Teich
Seit 2016 steht der Ochsenfrosch auf der EU-Liste der invasiven Arten. Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Was wird gegen invasive Tierarten gemacht?

Viele invasive Tierarten wurden einst bewusst eingeführt. Beispielsweise der Waschbär als Pelzlieferant oder der asiatische Marienkäfer zur Bekämpfung von Schädlingen. Andere hingegen haben sich ihren Weg selbst gebahnt - der Klimawandel könnte diese Entwicklung sogar noch beschleunigen.

Regenbogenforelle
Die Regenbogenforelle stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er in England als Speisefisch gezüchtet. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Um den wirtschaftlichen Schaden und den Verlust der Vielfalt zu minimieren braucht es laut EU-Kommission Maßnahmen. Dazu ist eine Verordnung in Kraft getreten, die aktuell 46 Tier- und 42 Pflanzenarten führt. Diese Arten dürfen nicht in die EU gebracht, gehalten, gezüchtet oder befördert werden.

(Dieser Artikel wurde erstmals am 27.06.2023 veröffentlicht.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Januar 2024 | 17:15 Uhr

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