Zwei Hände halten ein rotes Herz.
Durch bessere Behandlungen und Kontrollen können offenbar viele Herzinfarkte und Schlaganfälle vermieden werden. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Neue Studie Jeder zweite Herzinfarkt und Schlaganfall offenbar vermeidbar

30. August 2023, 17:58 Uhr

340.619 Menschen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2021 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben. Legt man die Ergebnisse einer weltweiten Studie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zu Grunde, hätte rund die Hälfte der Herzinfarkte und Schlaganfälle offenbar vermieden werden können.

Die Forscher kommen zu diesem Ergebnis, da Herzinfarkte und Schlaganfälle häufig auf die fünf beeinflussbaren Risikofaktoren Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes zurückgehen würden.

Ein Mann steht auf einer Waage.
Übergewicht zählt zu den beeinflussbaren Risikofaktoren. Bildrechte: dpa

Mit Behandlung und Kontrollen gegen das Risiko

Durch die Behandlung dieser Risikofaktoren und durch zusätzliche Kontrollen könne die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringert werden, teilt das UKE mit. Alle fünf Risikofaktoren zusammen erklärten 57,2 Prozent des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen und 52,6 Prozent des Risikos bei Männern, heißt es.

Rund 45 Prozent der weltweiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten dagegen nicht durch die klassischen Risikofaktoren erklärt werden. Hierzu müsse weiter geforscht werden.

Herzinfarkt
45 Prozent der weltweiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen können offenbar nicht durch die klassischen Risikofaktoren erklärt werden. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Bluthochdruck besonders gefährlich

Besonders gefährdet seien Menschen mit Bluthochdruck, heißt es in der Studie. Je höher der Blutdruck oder Cholesterinwert, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dabei nehme die Bedeutung der Risikofaktoren mit zunehmendem Alter ab. Ein erhöhter Blutdruck sei etwa für 40-Jährige schädlicher als für 80-Jährige. Einzige Ausnahme bilde das Körpergewicht und der Body-Mass-Index (BMI). Dieser sei in jedem Alter gleichermaßen bedeutsam, heißt es.

Für die Studie wurden Daten von 1,5 Millionen Menschen aus 34 Ländern ausgewertet.

(Dieser Artikel wurde erstmals am 30.08.23 veröffentlicht.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. August 2023 | 17:15 Uhr

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