Ein Mitarbeiter eines mobilen Impfteams vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zieht eine Spritze mit dem BA.4/BA.5-Impfstoff von BioNTech/Pfizer gegen das Corona-Virus (SARS-CoV-2) im Impfzentrum auf.
Das Pharmaunternehmen Biontech hat einen Impfstoff entwickelt, der gegen aktuelle Corona-Varianten wirksam ist. Bildrechte: dpa

Nach dem Ende der Pandemie Neuer Corona-Impfstoff ab sofort in den Praxen - Wer sich jetzt impfen lassen sollte

18. Oktober 2023, 15:57 Uhr

Seit Montag (18. September) gibt es in den Arztpraxen einen neuen Impfstoff gegen Corona. Das Präparat von Biontech/Pfizer wurde an die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepasst. Auch Moderna hat einen neuen Impfstoff vorgestellt, der allerdings erst vor ein paar Tagen in der EU zugelassen wurde.

Mit den neuen Impfstoffen soll ein besserer Schutz vor aktuell kursierenden Varianten erreicht werden, vor allem vor schweren Corona-Verläufen und Krankenhausaufenthalten.

Seit ein paar Wochen steigt laut Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der im Labor bestätigten Corona-Fälle. Das Niveau ist allerdings sehr niedrig. Dennoch kann es jederzeit passieren, dass man sich ansteckt und mit einer Covid-19-Infektion ein paar Tage ausfällt.

Ein Covid-19 Schnelltest.
Wer Erkältungssymptome hat, sollte ruhig auch einen Corona-Test machen. Sicher ist sicher. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Wer soll sich jetzt impfen lassen - und wer nicht unbedingt?

Für den neuen Corona-Impfstoff hält die Ständige Impfkommission (Stiko) an ihren bisherigen Impfempfehlungen fest. Bestimmte Risikogruppen sollten sich durch eine Auffrischungsimpfung schützen, teilte das Expertengremium mit. Dazu zählen etwa Menschen ab 60, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, Pflege- und Gesundheitspersonal sowie Angehörige von Risikopatienten.

Für gesunde Erwachsene gilt weiterhin: Wer zweimal gegen Sars-CoV-2 geimpft sowie geboostert oder infiziert wurde, hat aus Stiko-Sicht eine Basisimmunität aufgebaut und muss erst einmal keinen weiteren Booster einplanen. Auch bei gesunden Minderjährigen bleibt die Ansage gleich - eine routinemäßige Corona-Impfung wird nicht empfohlen.

Flaschen mit präventivem Coronavirusimpfstoff
Wichtig: Nicht für alle Bevölkerungsgruppen wird die Impfung mit den neuen Impfstoffen zwingend empfohlen. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Geimpft werden soll der Stiko zufolge am besten im Herbst, da Atemwegserkrankungen üblicherweise in der kalten Jahreszeit auftreten. Mindestens zwölf Monate sollen in der Regel seit der letzten Impfung oder Infektion vergangen sein.

Was sind die neuen Corona-Varianten?

Dass über Corona wieder häufiger gesprochen wird, liegt auch an neuen Sars-CoV-2-Varianten. Zwei neue Omikron-Varianten sind gerade besonders im Fokus: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte zunächst EG.5, auch Eris genannt, zu einer von nunmehr drei "Virusvarianten von Interesse" hoch. Eris könnte laut WHO wieder für mehr Fälle sorgen und in einigen Ländern oder sogar weltweit dominant werden.

Deutlich stärker mutiert als Eris ist die Variante BA.2.86, die auch schon in Deutschland nachgewiesen wurde. Manche Wissenschaftler fühlen sich bei BA.2.86 an die Anfangszeit von Omikron erinnert. Omikron verbreitete sich damals extrem schnell und weltweit. Doch das muss sich nicht wiederholen.

Passanten in einer Einkaufsstraße
Wissenschaftler beobachten die Vebreitung der neuen Corona-Varianten ganz genau. Bildrechte: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Wie wird der Herbst?

Corona-Entwicklungen vorherzusagen, ist extrem schwierig. Allerdings habe Corona bislang insbesondere im Herbst und Winter starke Erkrankungswellen verursacht. Deshalb sei auch künftig mit einem Anstieg der Fallzahlen in diesen Jahreszeiten zu rechnen, teilte das RKI mit. Die Zahlen werden aber nicht mit den Zahlen in der Pandemie vergleichbar sein.

Viele Experten erwarten eher eine starke Grippe-Saison. Bei Kindern wird das RS-Virus wieder ein Thema sein.

Ein Pfleger hält in einem Alten- und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin.
Wie in der Pandemie müssen auch im Herbst und Winter vor allem alte und immungeschwächte Menschen geschützt werden. Bildrechte: dpa

Was der Einzelne noch tun kann

Das RKI rät neben einem Impfschutz gemäß Stiko-Empfehlung: bei einer akuten Atemwegsinfektion drei bis fünf Tage zu Hause bleiben, Kontakte möglichst reduzieren, in die Armbeuge husten und niesen, regelmäßig die Hände waschen.

"Besondere Vorsicht geboten ist bei einem Kontakt mit Personen, die durch einen schweren Verlauf von Atemwegsinfektionen gefährdet sind", heißt es.

Händewaschen mit viel Schaum
Immer noch ein guter Schutz gegen alle möglichen Viren: richtiges Händewaschen Bildrechte: Colourbox.de

Für immungeschwächte Patienten seien neben Auffrischungsimpfungen auch Masken wichtig. Bei typischen Symptomen kann man sich laut den Expertinnen und Experten der Charité in Berlin auch weiterhin zu Hause testen: "Antigentests auch aus dem letzten Jahr können weiterhin genutzt werden, solange ihr Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist."

(Dieser Artikel wurde erstmals am 25.08.2023 veröffentlicht und am 18.09.2023 aktualisiert.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. September 2023 | 17:15 Uhr

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