Tüten mit FFP2-Masken und OP-Masken liegen auf einem Tisch
Quarantäne ist keine Krankheit, urteilten jetzt die EU-Richter. Bildrechte: dpa

Krankheitswelle WHO: Covid-19 ist weiter Bedrohung - mehr Schutzmaßnahmen nötig

26. Januar 2024, 15:42 Uhr

Die Pandemie ist vorbei, aber Corona noch immer da - und das in vielen Subvarianten, die von der Wissenschaft genau beobachtet werden. Welche Varianten gibt es, wie sind die Zahlen und die aktuelle Corona Lage in Deutschland und weltweit?

13.01.2024 | WHO: Covid-19 ist weiter Bedrohung - mehr Schutzmaßnahmen nötig

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet den Umgang mit Covid-19 weltweit mit Sorge. "Obwohl wir nicht in einer Krise sind, bleibt Covid-19 weiterhin eine Bedrohung der globalen Gesundheit", sagte Corona-Expertin Maria Van Kerkhove.

Es werde zu wenig geimpft und die Menschen ergriffen zu wenig Schutzmaßnahmen. Dazu gehört nach ihren Angaben, dass dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, Masken getragen werden, Leute bei Anzeichen von Krankheit zu Hause bleiben und Räume gut gelüftet werden.

Mehr getan werde müsse auch, um Langzeitfolgen einer Corona-Infektion besser zu untersuchen und zu behandeln.

Nach Angaben von Van Kerkhove erleben nach Schätzungen sechs Prozent der Menschen, die eine Corona-Infektion mit Symptomen haben, längerfristige Komplikationen. Dazu gehören unter anderem starke Ermüdung, aber auch neurologische Leiden und Herzerkrankungen.

Besonders Ältere über 75 und jüngere mit anderen Krankheiten oder schwachem Immunsystem sollten alle sechs bis zwölf Monate eine Auffrisch-Impfung erhalten.

12.01.2024 | RKI: Hinweise auf sinkende Corona-Infektionen

Laut Wochenbericht des Robert-Koch-Institut gibt es Hinweise, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen und dementsprechend auch die Zahl der Covid-19-Erkrankungen zurückgeht. Nicht nur die Zahl der im Labor bestätigten und gemeldeten Fälle ist gesunken, sondern auch die im Abwasser gemessene Viruslast von SARS-CoV-2.

Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen lag in der Woche vor Weihnachten bei knapp neun Millionen. In der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres geht das RKI von rund 4,6 Millionen aus. Die Zahlen ergeben sich dabei nicht nur aus Infektionen mit dem Corona-Virus, sondern auch aus Grippe und RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus).

Der Rückgang der Zahlen müsse jedoch eingeschränkt bewertet werden, da die Weihnachtsferien und Feiertage dazu geführt haben könnten, dass weniger getestet wurde.

14.12.2023 | Urteil zu Corona-Quarantäne während des Urlaubs

Wer während seines Urlaubs in Quarantäne musste, hat laut einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs keinen Anspruch darauf, diese Tage nachzuholen. "Die Quarantäne ist nicht mit einer Krankheit vergleichbar", erklärten die Richter.

Ein Bankmitarbeiter hatte geklagt, weil er während seines Urlaubs 2020 unter Quarantäne gestellt worden war. Daraufhin beantragte er, die Tage nachholen zu dürfen. Sein Arbeitgeber lehnte das aber ab.

Das deutsche Recht verpflichtet den Arbeitgeber zur Übertragung von Urlaubstagen, wenn der Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeit nachweisen kann, die während des Urlaubszeitraums eingetreten ist. Anders aber als eine Krankheit stehe eine Quarantäne dem Zweck der Erholung nicht entgegen, so die Richter.

Ein Stempel mit der Aufschrift "Quarantäne".
Nur wer krank ist, kann die Urlaubstage nachholen. Für eine Quarantäne gilt das nicht. Bildrechte: IMAGO/Lobeca

12.12.2023 | Karl Lauterbach empfiehlt Masken in Bus und Bahn

FFP2-Maske in Bus und Bahn, lieber Homeoffice als Büro, lieber auf große Feiern vor Weihnachten verzichten - und schnell noch eine Impfung vor den Feiertagen, am besten gegen Corona und Grippe gleichzeitig. Das sind die neuesten Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

Lauterbach empfiehlt weiter, auch bei Besuchen bei Menschen aus Risikogruppen im Zweifel Maske zu tragen oder sich vorab zu testen. "Eine vermiedene Infektion ist wie ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk."

Auflagen zu Masken, Tests und Quarantäne wie noch im Winter 2022 gibt es aktuell nicht.

29.11.2023 | Wie ist die Corona-Lage in Deutschland?

Die Corona-Varianten Eris (EG.5), Pirola (BA.2.86) und JN.1 bestimmen das Infektionsgeschehen in Deutschland. Heißt: Das sind aktuell die Varianten, die laut Robert Koch-Institut am häufigsten bei uns vorkommen.

Das Corona-Pandemie-Radar zeigt derzeit einen deutlichen Anstieg von Atemwegserkrankungen, vor allem in der Altersgruppe ab 80 Jahren. Darin enthalten sind alle Atemwegserkrankungen, nicht nur Corona.

Dass Corona in der kalten Jahreszeit wieder ein Thema werden würde, hatten viele Wissenschaftler so vorhergesagt. Gegen alle drei Varianten schützen die aktuellen Impfstoffe aber sehr gut. Wer sich impfen lassen sollte, lesen Sie hier:

28.11.2023 | US-Wissenschaftler: Variante HV.1 auf dem Vormarsch

Die Corona-Variante HV.1 breitet sich in den USA rasch aus. So rasch, dass HV.1 dort nun die dominierende Variante ist - noch vor Eris. Das Problem: Laut ersten Erkenntnissen greift die neue Variante verstärkt die Bronchien an. "Das Virus scheint eine Art chronische Bronchitis hervorzurufen", sagt William Schaffner vom Vanderbilt University Medical Center.

Genau erforscht ist HV.1 allerdings noch nicht und wurde bisher auch in Deutschland nicht nachgewiesen.

Die Symptome einer Infektion mit HV.1 ähneln anderen Omikron-Varianten: Verstopfte Nase, Halsentzündung, Fließschnupfen, Husten, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen

Was deutet auf eine Grippe hin, was eher auf Corona? Die unterschiedlichen Symptome sind hier erklärt:

23.11.2023 | Neuer Pandemie-Start in China? Vorerst Entwarnung

Mit Sorge blickte die Weltgesundheitsorganisation WHO wochenlang nach China. Dort waren vor allem bei Kindern ungewöhnlich viele Atemwegserkrankungen festgestellt worden. Auf welche Viren das zurückzuführen sei, wollten die chinesischen Behörden lange nicht sagen. Einige Experten fühlten sich an den Beginn der Corona-Pandemie erinnert. Erst später konnten die WHO-Experten Entwarnung geben. Warum, lesen Sie hier in unserem Artikel:

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Januar 2024 | 17:15 Uhr

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