Eine Frau steht an nebeligem Seeufer.
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen großen Verlust. Doch wenn einen die Trauer übermannt, sollte man sich Hilfe holen. Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Todesfall Trauer um einen Menschen: Hier finden Sie Hilfe

16. Februar 2024, 16:58 Uhr

Stirbt ein geliebter Mensch, kann einen das völlig aus der Bahn werfen. Trauer ist wichtig und gehört zum Abschied dazu, doch ganz allein muss man diese schwere Zeit nicht bewältigen. Hier finden Sie Hilfe.

Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen großen Verlust - und die äußert sich bei jedem Menschen anders. Die Einen fühlen sich wie gelähmt, bei Anderen macht sich Wut breit.

Wichtig ist, sich seiner Trauer zu stellen. Verdrängt man den Verlust eines geliebten Menschen, kann das zu körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Ziel sollte sein, in das eigene Leben zurückzufinden.

Hilfe für trauernde Erwachsene

Schnelle Hilfe in der Not: die Telefonseelsorge

Allein muss man den Schmerz eines Verlustes nicht bewältigen. Eine große Hilfe kann das Gespräch mit einem anderen Menschen sein. Ist der im Moment der größten Verzweiflung nicht zur Stelle, genügt ein Griff zum Telefon.

"Sorgen richten sich nicht nach Tages- oder Öffnungszeiten", heißt es auf der Internetseite der Telefonseelsorge. Die Berater und Beraterinnen sind deshalb an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr für Sie da.

Tel.: 0800 1110111 und 0800 1110222

Darüber hinaus sind Beratungen per E-Mail, im Chat oder persönlich vor Ort möglich. Die Gespräche sind anonym, vertraulich und kostenfrei.

Friedhofsfotos als Symbolfoto für Trauer
Jeder Mensch trauert anders - doch Hilfe gibt es für alle. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Trauer- und Selbsthilfegruppen

Geteiltes Leid ist halbes Leid? Das muss bei einem Trauerfall nicht zutreffen. Dennoch hilft es, sich mit anderen Trauernden auszutauschen. In der Regel bestehen Trauergruppen aus einer festen Zahl an Teilnehmern, die sich regelmäßig treffen - und das meist über mehrere Monate. Dadurch entsteht ein vertrauter Rahmen.

Trauer- und Selbsthilfegruppen gibt es in fast jeder Stadt. Eine Übersicht findet man auf trauergruppe.de oder verwitwet-info.de.

Und: Es gibt auch spezialisierte Angebote, wie Trauergruppen für Eltern und trauernde Geschwister (Angebote deutschlandweit unter veid.de), Trauergruppen für Eltern, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben (initiative-regenbogen.de) und Trauergruppen für Suizidtrauernde (deutschlandweite Angebote über agus-selbsthilfe.de).

Trauercafés: Austausch mit anderen Betroffenen

Auch in sogenannten Trauercafés kann man sich mit anderen Trauernden austauschen. Hier gibt es keine festen Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Man kommt dazu, wenn einem danach ist. Eine gute Möglichkeit, um auf Menschen zu treffen, die Ähnliches durchgemacht haben und der eigenen Situation deshalb mit Verständnis begegnen können.

Unter trauergruppe.de kann man ein Café in der Nähe finden.

Eine Frau sitzt traurig auf der Couch und stützt dabei ihren Kopf an ihrer Hand ab.
Mit der Trauer allein? In sogenannten Trauercafés kann man andere Betroffene kennenlernen. Bildrechte: IMGAO / Westend61

Trauerbegleiter: Trauer im eigenen Tempo

Jeder Mensch trauert anders - und in seinem eigenen Tempo. Trauerbegleiterinnen und -begleiter sind darauf eingestellt und passen sich dem jeweiligen Trauernden an.

Ehrenamtliche Trauerbegleiter findet man beispielsweise über Wohlfahrtsverbände, wie zum Beispiel die Malteser, Kirchen oder Hospize. Diese Angebote sind in der Regel spendenfinanziert - und für den Trauernden kostenfrei.

Mit bis zu 60 Euro pro Stunde muss man rechnen, wenn man sich für eine individuelle Begleitung durch einen selbstständigen Trauerbegleiter entscheidet. Fündig wird man auf der Seite vom Bundesverband Trauerbegleitung e.V. oder über den Bestatter.

Hilfe für trauernde Kinder uns Jugendliche

Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene. Sie trifft der Tod eines nahestehenden Menschen oft besonders hart. Es gibt zahlreiche Angebote, die jungen Menschen - ihrem Alter und ihren Bedürfnissen entsprechend - helfen können, die Trauer (auch spielerisch) zu verarbeiten.

Junge Frau auf einer Schaukel auf einem Kinderspielplat
Kinder und Jugendliche trifft der Tod eines nahestehenden Menschen oft besonders schwer. Bildrechte: IMAGO / Rolf Kremming

Trauergruppen für Kinder und Jugendliche

In vielen deutschen Städten engagieren sich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Kinder-Trauerbegleitung und bieten Kindern und Jugendlichen bei speziellen Treffen einen geschützten Raum für ihre Trauer. Denn nicht selten verstecken die Heranwachsenden diese, um ihre Eltern nicht noch mehr zu belasten.

Dem Alter der Kinder entsprechend wird in den Gruppen das Thema Tod und Verlust spielerisch aufgearbeitet. Dabei geht es auch um das Bewahren schöner Erinnerung an den Toten und um Fragen, die sich den Kindern nun stellen: "Feiern wir jetzt trotzdem noch Weihnachten?" Darüber hinaus bleibt Zeit zum Spielen und Lachen.

Passende Angebote findet man unter trauergruppe.de, über Hospize oder Wohlfahrtsverbände wie das DRK oder die Malteser.

Individuelle Trauerbegleitung auch für Kinder

Kinder, denen es schwer fällt, sich in einer Gruppe zu öffnen, können, ebenso wie Erwachsene, Hilfe bei einem Trauerbegleiter oder einem Kinderpsychologen finden. Auch hier helfen die Wohlfahrtsverbände bei der Suche nach einer passenden Begleitung.

Eine Mutter tröstet ihr Kind
Auch für Kinder gibt es persönliche Trauerbegleiter. Bildrechte: imago/Panthermedia

Familienbegleitdienst für die ganze Familie

Stirbt ein Elternteil oder ein Geschwister, ist von dem Todesfall die ganze Familie betroffen. Die Familien befinden sich in einer akuten Krise und es geht häufig darum, das System zu stützen und zu stärken. Meist beginnt die Familienbegleitung bereits in einer akuten Krankheitsphase - und wird über den Tod des betroffenen Familienmitglieds hinaus fortgesetzt.

Auch in diesen Fällen sind Hospize, Wohlfahrtsverbände und Kirchen kompetente Ansprechpartner.

Online trauern: Hilfe im Internet

Nicht immer gibt es im eigenen Umfeld Menschen, mit denen Trauernde über ihre Gefühle, Gedanken und Fragen sprechen können. Bei speziellen Online-Beratungen leihen geschulte Beraterinnen und Berater Trauernden ihr "digitales Ohr" - in Chats, Einzelgesprächen oder per Mail. Die Angebote sind anonym, diskret und oft kostenfrei.

Einjähriges Online-Trauerseminar:
Das Online-Portal trauer.org bietet ein einjähriges, in zwölf Etappen gegliedertes Online-Seminar für Trauernde an. Inhalt sind eine Anleitung zur Trauerarbeit, Kontakt zu anderen Seminarteilnehmern im Chat, per E-Mail oder im geschützten Forum.

Trauerportal der Malteser
Virtueller Raum Für Trauer und Erinnerung sowie Online-Beratung: via-trauerbegleitung.de.

Für Jugendliche und junge Erwachsene: Schreiben als Brücke
Online Trauerbegleitung per E-Mail für Jugendliche und junge Erwachsene.
schreiben-als-bruecke.de

Trauerchats auf trauer.de
Kostenfreie Trauer-Chats mit ausgebildeten Trauerbegleitern und -begleiterinnen zu festen Zeiten: trauer.de.

da-sein.de
Online-Beratung für trauernde und sterbende Jugendliche: da-sein.de.

Doch etwas bleibt
Trauerchat für Jugendliche und junge Erwachsene, jeden Montag von 20–22 Uhr: www.doch-etwas-bleibt.de.

Young Wings
Online-Beratung mit verschiedenen Foren für trauernde Kinder und Jugendliche: youngwings.de.

(Dieser Artikel wurde erstmals am 22.01.2023 veröffentlicht)

BRISANT/dpa/malteser.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Januar 2023 | 17:00 Uhr

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