Eine Frau schneidet Brot.
Ein neuer Diät Trend erobert das Netz. Bort einfrieren, wieder auftauen und so abnehmen - ist da wirklich was dran? Bildrechte: IMAGO / Wavebreak Media Ltd

Einfrieren, auftauen, abnehmen? Dieser Brot-Trend erobert die Diät-Welt

31. Mai 2024, 18:33 Uhr

Haben Sie schon vom neuen Brot-Trick gehört, der gerade die Diät-Welt stürmt? Er ist mit etwas Platz im Tiefkühlfach leicht umzusetzen und soll ganz nebenbei den Weg zur Traumfigur ebnen. Aber nicht nur das: Gefrorenes Brot bietet einige andere Vorteile.

So funktioniert der Trend

Wird frisches Brot eingefroren und im Anschluss bei Zimmertemperatur wieder aufgetaut, wandelt sich ein Teil der enthaltenen Stärke in resistente Stärke um.

Die wiederum zählt zu den Ballaststoffen und kann von unserem Verdauungstrakt kaum verdaut werden. Erst im Dickdarm dient sie Milchsäurebakterien als Nahrung. Dabei entsteht Butyrat, auch Buttersäure genannt. Resistente Stärke soll mehrere entscheidende Vorteil gegenüber "normaler" Stärke haben, unter anderem soll sie eine Gewichtsabnahme begünstigen. Aber wie?

Das kann die Diät wirklich

Durch resistente Stärke soll der Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen und damit auch weniger ins Schwanken geraten. Tatsächlich kann das Heißhungerattacken vermeiden. Die entstehen nämlich gerade dann, wenn der Blutzucker schnell und stark ansteigt und dann auch schnell wieder abfällt.

Eine kleine Studie bestätigt zwar, dass sich das Einfrieren positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, allerdings konnte der Effekt nur bei selbstgebackenem und nicht bei gekauftem Brot nachgewiesen werden. Ein Anzeichen dafür, dass der Herstellungsprozess einen großen Einfluss auf die Wirkung hat.

Eine Hand nimmt ein Brot aus der Tiefkühltruhe.
Mehrere Studien belegen die positiven Effekte von eingefrorenem Brot, allerdings gibt es auch Studien mit gegenteiligen Ergebnissen. Bildrechte: IMAGO / Pond5 Images

Eine aktuelle Studie zeigt ebenfalls, dass resistente Stärke beim Abnehmen helfen kann. Die Vorteile werden hier mit Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora in Verbindung gebracht. Allerdings hatte die Studie nur wenige Teilnehmer und es gibt auch Studien die keine positiven Effekte nachweisen konnten.

Wer es trotzdem ausprobieren und sich selbst überzeugen möchte, kann neben Brot übrigens auch auf andere Kohlenhydrate zurückgreifen. Resistente Stärke entsteht auch, wenn Kartoffeln, Nudeln oder Reis nach dem Kochen 12 bis 24 Stunden abgekühlt werden. Selbst wenn die Lebensmittel dann nochmal erhitzt werden, bleibt die resistente Stärke bestehen.

Ein halb gefrorenes, geschnittenes Brot.
Am besten sollte das Brot bereits in Scheiben gegeschnitten gefroren werden. So ist es einfacher im Anschluss kleine Portionen aufzutauen. Bildrechte: IMAGO / Dreamstime

So gut sind resistente Stärke und gefrorenes Brot

Resistente Stärke kann nicht nur eine Gewichtsabnahme begünstigen. Sie ist zudem äußerst wertvoll für unseren Darm. Die Buttersäure, die beim Abbau entsteht, trägt zu einer gesunden Darmflora bei, schützt vor Entzündungen und kann Menschen mit entzündlichen Erkrankungen wir rheumatoider Arthritis helfen.  

Und einen weiteren entscheidenden Vorteil hat gefrorenes Brot: Es erspart das böse Erwachen, wenn das Brot schon kurz nach dem Kauf steinhart oder schimmlig ist. Im Tiefkühlfach bleibt es lange haltbar und bei Bedarf kann jederzeit eine kleine Menge aufgetaut werden. Das sorgt für weniger Lebensmittelverschwendung und mehr Geld im Portemonnaie.  

Hand mit weißem Gummihandschuh hält Smartphone mit Resteretter-Webapp und trägt "Brötchen" ein. Unscharf im Hintergrund auf Zeitungspapier Lebensmittelreste vom Obst, Backwaren. 4 min
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Das Erste Mi 27.10.2021 17:15Uhr 03:33 min

https://www.mdr.de/wissen/resteretter/video-brisant-resteretter-brot-100.html

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2024 | 17:15 Uhr

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