Mann im Home Office mit Katze
Wer im Homeoffice arbeitet, genießt viele Vorteile, hat aber auch höhere Kosten. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Arbeitnehmer Strom, Heizung, Wasser: So viel kostet Homeoffice

29. Mai 2024, 11:14 Uhr

Wer zu Hause arbeitet, spart sich zwar den Weg ins Büro, aber nicht unbedingt Geld. Denn Arbeitnehmer zahlen im Homeoffice für Strom, Heizung und Wasser - und zwar so viel pro Woche.

So viel kostet der Computer im Homeoffice

Ein Laptop verbraucht durchschnittlich 30 bis 50 Watt. Innerhalb eines Arbeitstages sind das in etwa 0,32 kWh. Und das kostet Arbeitnehmer gerade mal 43 Cent für fünf Tage Homeoffice.

Wie wir gerechnet haben Die Zahlen für Verbrauch und Preise sind Durchschnittswerte: 12,26 Cent pro kWh für Gas und 26,8 Cent pro kWh für Strom. Ein Mitarbeiter arbeitet im Rechenbeispiel 5 Tage pro Woche im Homeoffice, also 260 Tage im Jahr. Abzüglich 30 Tagen Urlaub bleiben 230 Arbeitstage, also 46 Wochen.

Rechnet man zwei weitere Bildschirme hinzu, wird der Betrag ein bisschen höher, aber nicht signifikant: Pro Bildschirm kommen etwa 96 Cent pro Woche dazu.

Insgesamt heißt das: Wer nur zu Hause arbeitet, zahlt etwa 100 Euro pro Jahr an Strom, um die Technik zu betreiben, die er für die Arbeit benötigt.

Ein Mann sitzt auf dem Sofa vor einem Laptop
Wer zu Hause arbeitet, nutzt vielleicht Geräte aus dem Büro, der Strom kommt aber auf die eigene Stromrechnung obendrauf. Bildrechte: IMAGO/Pond5 Images

Diese Kosten kommen außerdem dazu

Doch das ist nicht alles. Warm soll es zu Hause ja auch sein und Licht braucht man im Homeoffice ebenfalls. Auch die Mittagspause findet daheim statt, ebenso die Toilettengänge.

Mittagessen an fünf Tagen pro Woche zu Hause zu kochen statt in die Kantine zu gehen, kostet etwa 2,34 Euro nur für den Strom - Wareneinsatz nicht mitgerechnet. Allerdings dürfte Mittagessen im Betrieb dennoch teurer sein.

Tabelle mit Kosten fürs Homeoffice
Je nachdem, wie viele Tage man im Homeoffice arbeitet, verändern sich natürlich auch die Kosten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was auch nicht viel ausmacht, ist die Beleuchtung. LED-Leuchtmittel sind mit 6 bis 9 Watt so sparsam, dass eine Lampe fürs Homeoffice gerade mal Strom für 3,69 Euro im Jahr verbraucht.

Für Toilette, Händewaschen, Kaffeekochen steigt aber der Wasserverbrauch - um etwa sieben Prozent. In einer Analyse von 2020 geht das Vergleichsportal Verivox von circa 15 Euro Mehrkosten im Jahr aus - für Wasser, Licht, Wassserkocher und Handy aufladen.

Heizkosten fallen deutlich ins Gewicht

Deutlicher fallen die Kosten fürs Heizen im Homeoffice ins Gewicht. Laut Verivox steigt der Verbrauch um rund 4 Prozent. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das: rund 98 Euro pro Jahr nur fürs warme Homeoffice.

Eine Frau spielt mit einem Kind im Wohnzimmer, während ein Mann mit Laptop auf dem Sofa sitzt.
Manche Kosten, etwa für die Heizung, fallen unter Umständen sowieso an, weil andere Familienmitglieder tagsüber ebenfalls zu Hause sind. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Warum die Rechnung nicht ganz aufgeht

Insgesamt zahlt ein Mitarbeiter, der an fünf Tagen die Woche von zu Hause aus arbeitet, rund 330 Euro im Jahr. Wer ins Büro fährt, spart dieses Geld, braucht dafür aber Benzin oder Diesel fürs Auto oder eine Fahrkarte für den ÖPNV. Oder er geht zu Fuß - das kostet gar nichts.

Wie viele Menschen arbeiten im Homeoffice? In einigen Branchen ist das natürlich nicht möglich, aber immerhin jeder Vierte in Deutschland arbeitet zumindest teilweise von zu Hause aus. Im Dienstleistungssektor ist es sogar mehr als jeder Dritte.

Muss der Arbeitgeber die Mehrkosten fürs Homeoffice selbst zahlen?

Arbeitnehmer können die Mehrkosten fürs Homeoffice nicht einfach auf den Chef abwälzen. Wer freiwillig von zu Hause aus arbeitet, muss auch für die Kosten aufkommen. Vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Arbeit im Homeoffice oder wird sie sogar angeordnet, müssen allerdings auch die Kosten dafür übernommen werden.

Die Schwierigkeit dabei: Nicht immer lässt sich klar trennen, welche Kosten nur für das Homeoffice anfallen und welche ohnehin, zum Beispiel Heizkosten für die Wohnung.

Frau arbeitet am Laptop in ihrer Küche
Um das Homeoffice steuerlich geltend zu machen, braucht man kein eigenes Büro. Bildrechte: IMAGO / Pond5 Images

Homeoffice von der Steuer absetzen

Was aber in jedem Fall geht: Kosten bei der Steuer geltend machen. Nach einer Änderung können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 6 Euro pro Tag im Homeoffice von der Steuer absetzen, maximal 1.260 Euro im Jahr. Insgesamt können also 210 Tage im Homeoffice geltend gemacht werden. Ein separates Arbeitszimmer braucht man dafür nicht.

Wer eines hat, hat zwei Möglichkeiten: entweder die Homeoffice-Pauschale bei der Steuer nutzen oder die nachgewiesenen Kosten des Arbeitszimmers ohne Begrenzung auf einen Höchstbetrag abziehen. Dann darf im Arbeitszimmer aber kein privates Sofa oder Bügelbrett stehen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | BRISANT | 07. Februar 2024 | 18:10 Uhr

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