Frau raucht Pfeife mit Marihuana
Einige Suchtexperten warnen vor Marihuana, weil es eine Einstiegsdroge sein kann. Bildrechte: imago images/Cavan Images

Warnsignale Daran erkennen Sie, dass Ihr Kind Drogen nimmt

19. Oktober 2023, 15:07 Uhr

Auf diese Signale sollten Eltern achten

Eltern erkennen nicht immer, ob das eigene Kind regelmäßig Marihuana raucht oder Designerdrogen nimmt. Es gibt jedoch einige Signale, die auf eine (beginnende) Sucht hindeuten:

  • Das Kind verändert sein Wesen und der Körper verändert sich

Begleitet wird die Wesensveränderung von starken Stimmungsschwankungen, die über das "normale" Pubertieren hinausgehen. Kinder werden - je nachdem, welche Drogen sie nehmen - entweder aggressiv und unruhig oder depressiv und ziehen sich komplett zurück. Unruhe oder Zittern können auf Entzugserscheinungen hindeuten.

Eine Person dreht sich einen Joint
Nur ab und zu ein Joint oder schon abhängig? Die Grenzen zur Drogensucht sind fließend. Bildrechte: dpa

Ihr Kind sieht ungesund aus, hat ein fahles Gesicht, ist müde und erschöpft. Außerdem leidet es unter Schlafstörungen, Kreislaufproblemen und hat keinen Appetit. Aber: All das könnte auch hormonelle Ursachen haben! Es müssen auch weitere Signale vorliegen.

  • Das Kind ändert Verhalten und Gewohnheiten

Es kann sich nicht mehr konzentrieren, wirkt apathisch und unmotiviert. Darunter leiden die schulischen Leistungen oder es schwänzt die Schule.

Plötzlich hat das Kind einen anderen Freundeskreis, an gemeinsamen Essen oder Aktivitäten mit der Familie hat es kein Interesse, ebenso an seinen ehemals geliebten Hobbys. Drogenbeschaffung steht jetzt im Vordergrund.

  • Das Kind hat finanzielle Probleme

Das Taschengeld reicht vorne und hinten nicht mehr, obwohl größere Anschaffungen nicht geplant oder zu sehen sind. Eltern fehlt plötzlich Geld aus der Brieftasche.

Drogen Dealer (Symbolbild)
Wenn sich der Lebensinhalt nur noch um Drogen dreht ... Bildrechte: Colourbox

Rund 481.000 Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren haben zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert. Im Jahr 2021 ist im vierten Jahr infolge ein Anstieg der an Drogen verstorbenen Menschen zu verzeichnen. Starben im Jahr 2017 noch 1.272, so waren es 2021 1.826 Menschen.

Quelle: DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Das sollten Eltern tun, wenn das Kind Drogen nimmt

  • Reagieren Sie nicht panisch, aufgeregt oder mit Hausarrest. Schaffen Sie ein gutes Vertrauensverhältnis zu Ihrem Kind, setzen Sie es keinesfalls unter Druck. Sprechen Sie die Veränderungen, die Sie beobachten, ganz konkret an, machen Sie ihm aber keine Vorwürfe. Sich auszuprobieren, gehört zum Erwachsenwerden dazu. Bieten Sie stattdessen Hilfe und eine gemeinsame Lösung an.

  • Unterlassen Sie es, im Zimmer Ihres Kindes herumzuschnüffeln. Das geht nach hinten los!

  • Verbieten Sie nicht den Umgang mit den neuen Freunden, aber befragen Sie kritisch, ob wirklich jedes Wochenende Komasaufen angesagt sein muss. Unternehmen Sie stattdessen gemeinsam mit der Familie etwas.

  • Verharmlosen und vertuschen Sie den Drogenkonsum nicht! Schreiben Sie keine Entschuldigung für die Schule oder die Ausbildung, wenn das Kind einen "Kater" oder Entzugserscheinungen hat. Es muss da durch und Verantwortung für sich selbst übernehmen.

  • Suchen Sie eine Selbsthilfegruppe auf, wenn Sie alleine nicht weiterkommen. Dort haben viele andere Eltern genau dieselben Probleme. Verschiedene Vereine und Organisationen bieten Selbsthilfegruppen an, zum Beispiel der Kreuzbund, das Deutsche Rote Kreuz und die Drugcom.

  • Wenn das Kind bereits längere Zeit süchtig ist: Zwingen Sie es nicht in eine Therapie, das bringt gar nichts. Ihr Kind muss den Entzug WOLLEN.

Ein Jugendlicher sitzt 2009 hinter Flaschen mit Alkohol und trinkt ein alkoholhaltiges Mixgetränk.
Viele Jugendliche greifen zum Alkohol als Einstiegsdroge. Bildrechte: picture-alliance/ ZB | Jens Büttner

Hier bekommen Süchtige und Angehörige Hilfe

  • Bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline (24 Stunden): 01806 - 31 30 31
  • Die Telefonseelsorge bietet eine kostenlose und anonyme Beratung rund um die Uhr und kennt geeignete Beratungsstellen: 0800 -111 0 111 oder 0800 -111 0 222
  • Nummer gegen Kummer: Kinder und Jugendtelefon 116 111, Elterntelefon 0800 -111 0 550
  • Informationstelefon zur Suchtvorbeugung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 0221 - 89 20 31
  • Sorgentelefon für Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes: 06062 - 607 67 (Freitag bis Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen von 8 - 22 Uhr)

Welche Arten von Drogen gibt es?

Es gibt vier Kategorien von Drogen: Tranquilizer/Psychopharmaka, Stimulanzien, Sedativa und Halluzinogene.

Psychopharmaka

sind Arzneistoffe, die angstlösende, beruhigende, entspannende, antriebshemmende, krampflösende, muskelentspannende oder schlaffördernde Wirkungen haben. Psychopharmaka sind u.a.:

  • Cannabis und Haschisch
  • Ritalin
  • Codein (in Opium enthalten)
  • Schlafmittel
  • Antidepressiva

Stimulanzien

sind Substanzen mit einem aufputschenden und stimmungsaufhellenden Charakter. Das Wirkungsspektrum umfasst eine psychische Anregung und eine allgemeine Antriebssteigerung, wodurch Müdigkeitserscheinungen sowie das Hunger- und Durstgefühl gemindert werden. Stimulanzien sind u.a.:

  • Crack
  • Crystal Meth
  • Ecstasy
  • Kokain

Sedativa

sind das Gegenteil von Stimulanzien und Substanzen mit einer dämpfenden Wirkung. Diese Beruhigungsmittel können abhängig von Beschaffenheit und Dosis hypnotisch, schmerzlindernd und motorisch dämpfend wirken. Sedativa sind u.a.

  • Alkohol
  • Heroin
  • Ketamin
  • Morphin

Halluzinogene

sind Substanzen, die sich stark auf die Sinneswahrnehmung auswirken und den Bewusstseinszustand verändern können. Davon hervorgerufene Halluzinationen werden durch emotionale Befindlichkeiten beeinflusst. Positive Gefühle können leicht in "Horrortrips" umschlagen. Halluzinogene sind u.a.:

  • Lachgas
  • LSD
  • Magic Mushrooms
  • Tollkirsche

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Juli 2023 | 17:15 Uhr

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