Cannabis Pflanze
Mit einen halbwegs grünen Daumen gelingt das Anbauen von Cannabis-Pflanzen auch zu Hause. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/Pond5 Images

Tipps So baut man Cannabis richtig an - drinnen und draußen

25. Mai 2024, 16:17 Uhr

Besitz und kontrollierter Anbau von Cannabis zum privaten Gebrauch sind seit dem 1. April unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Um legal an das Rauschmittel zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten.

Zum einen kann es ab 1. Juli als Mitglied über spezielle Clubs erworben werden - maximal 25 Gramm Cannabis pro Tag und 50 Gramm pro Monat - zum anderen gibt es noch den Eigenanbau.

Samen und Stecklinge für zu Hause

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums dürfen Erwachsene für den Eigenkonsum an ihrem Wohnsitz oder am gewöhnlichen Aufenthaltsort bis zu drei Cannabispflanzen gleichzeitig anbauen. Die Anzahl gilt für jede volljährige Person eines Haushalts.

Eine wichtige Frage jetzt: Wo gibt es die Samen und Stecklinge? Sie dürfen aus dem EU-Ausland über das Internet bestellt oder bald in den speziellen Cannabis-Clubs erworben werden. Erlaubt sind dabei folgende Mengen: bis zu sieben Cannabissamen oder fünf Stecklinge.

Marijuana Samen
So sehen die Samen aus. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Wie klappt der Anbau?

Cannabis wird oft auch Weed genannt, was so viel bedeutet wie Unkraut. Allein der Begriff legt nahe, dass der Anbau nicht allzu schwierig sein kann. Und in der Tat: Cannabis-Experten schätzen ein, dass ein durchschnittlicher grüner Daumen für den erfolgreichen Anbau ausreicht. Cannabis-Blogger Vincent Kühne sagte dazu bei Kabel eins: "Wer andere Pflanzen durchbringt, bringt auch diese Pflanzen durch."

Aber der Reihe nach: Für den heimischen Anbau werden weibliche Pflanzen empfohlen, da Ertrag und THC-Gehalt, der entscheidend für die berauschende Wirkung ist, größer sind als bei männlichen Pflanzen.

Vom Samen zur Pflanze

Vor dem Einpflanzen sollten die Samen zum Keimen gebracht werden. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gibt Tipps, wie das am besten gelingt: Die Samen sollten zwischen zwei stets feuchte Papiertücher gelegt werden, bis die Samen keimen. Dafür sollten die Tücher mit einem Teller abgedeckt oder oder in einem verschließbaren Behälter bei Raumtemperatur gelagert werden.

Sind nach einigen Tagen kleine Wurzeln gewachsen, können die Samen in einem Topf eingepflanzt werden. Wichtig: Sie dürfen nur leicht mit Erde bedeckt werden. Der Keimling mit zwei kleinen Keimblättern sollte sich nach RND-Angaben nach zwei bis drei Tagen zeigen.

Eine junge Cannabis-Pflanze
Der Keimling beginnt mit zwei Blättern und bildet nach und nach mehr Blätter aus. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Licht, Dünger und Wasser

Jetzt ist Licht entscheidend, aber nicht zu viel. Am besten ist ein Plätzchen auf einer sonnigen Fensterbank oder unter einer Aufzuchtlampe. Sobald sich vier bis fünf Blattpaare gebildet haben, ist das Umtopfen dran - entweder in einen anderen Topf oder direkt ins Freie. Düngen ist in der Wachstumsphase auch entscheidend, genauso wie das Gießen. Dabei gilt die altbewährte Regel: Weniger ist mehr. Die Pflanzen also nicht überschwemmen und am besten Töpfe mit Löchern verwenden.

Bei der Standortwahl im Freien ist vor allem wichtig, dass es sonnig ist. Martin Hoffmann vom deutschen Hanfverband erklärt gegenüber dem RND, dass Cannabis überall dort wächst, wo auch Tomaten wachsen. Aber Achtung: Im Gegensatz zu Tomaten darf die Cannabispflanze nicht im Kleingarten angebaut werden.

Beim Anbau im Freien sei außerdem zu bedenken, dass nur ein Anbauzyklus pro Jahr möglich sei, da die Pflanzen nur bei Wärme gedeihen - und die gibt es normalerweise zwischen Frühling und Spätsommer.

Growboxen für den Indoor-Anbau

Für den Innenbereich gibt es sogenannte Growboxen, die eine zeltartige Struktur haben können und mit Beleuchtungs-, Belüftungs- und Bewässerungsanlagen ausgestattet sein können. Der Vorteil ist, dass man nicht auf einen Anbauzyklus pro Jahr angewiesen ist und bessere Kontrolle über das Raumklima der Pflanzen hat. Zudem kann der intensive Geruch eingedämmt werden.

Der Nachteil: Auch wenn der Ertrag konstanter ist, müssen Geld für Licht, Wärme, Substrat, Dünger und vor allem auch Zeit in die Pflanzen investiert werden. Die Boxen gibt es nach RND-Angaben ab etwa 300 Euro, Hightech-Produkte können auch mehrere tausend Euro kosten.

Insgesamt sei der Indoor-Anbau nach Angaben von Martin Hoffmann ziemlich aufwendig, weil die Pflanzen trotz der technischen Hilfsmittel ständig versorgt werden müssten. "Es ist ähnlich wie mit einem Haustier, das sie nicht allein lassen können", so Hoffmann gegenüber dem RND.

Setzlinge im Erdschalen
Blick in eine sogenannte Growbox. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/Pond5 Images

Die Ernte

Dem Experten zufolge seien Ernte und Trocknung der Blüten, die im Spätsommer entstehen, zwei der wichtigsten Schritte beim Eigenanbau. Demnach sollte die Cannabis-Blüten-Ernte ein bis zwei Wochen getrocknet werden, bevor sie in Einmachgläsern noch etwa einen Monat nachreifen - am besten in einem dunklen und trockenen Raum.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. März 2024 | 17:15 Uhr

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