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Krieg im GazaSchauspieler Dieter Hallervorden äußert sich zu Antisemitismusvorwürfen

19. April 2024, 19:31 Uhr

In einem dreiminütigen Video, das Dieter Hallervorden am Dienstag (16.04.) auf Facebook und Instagram postete, spricht der Schauspieler im Zusammenhang mit Israels Politik von Apartheid und Völkermord. Er fordert außerdem eine Feuerpause und die Freilassung "aller Geiseln".

Der Clip ging durch die sozialen Medien und löste viele Reaktionen aus. Zum einen bekam er viel Zuspruch, zum anderen wurden aber auch Antisemitismusvorwürfe laut. Die weist der Schauspieler und Kabarettist nun zurück:

Ich bin davor gefeit, irgendwie in diese Ecke gedrängt zu werden - nur weil ich Kritik geäußert habe - ein Antisemit zu sein. [...] Ich bin aufgewachsen als Enkel eines Großvaters, der eine Synagoge vor der Brandschatzung bewahrt hat und dafür bitter bestraft worden ist.

Dieter Hallervorden | Deutsche Presse Agentur

Video ein "Aufruf zu Frieden"?

Er bezeichnete sich außerdem als einen politischen Menschen, aber nicht als Nahostexperten. "Ich habe gewusst, dass ich natürlich da nicht auf Gegenliebe von allen Seiten treffen werde, aber das war mir egal." Er habe sich nichts vorzuwerfen und nannte sein Video als "Aufruf zu Frieden".

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Ausschnitte aus Propagandamaterial

Besonders kritisch: In dem Video sind unter anderem Propagandavideos der Hamas und Ausschnitte des Nachrichtensenders Al-Jazeera zu sehen, der vom katarischen Königshaus finanziert wird. Das Ganze unterlegt Hallervorden mit einem Gedicht.

Darin heißt es unter anderem über einen Vater aus Gaza, dessen Kind getötet wurde: "Soll ich diesem Vater empfehlen, so cool wie ein Talkgast zu sein, sich bloß in keinem Wort zu verfehlen, das antisemitisch erscheint?" Hallervorden kritisiert auch die Waffenlieferungen an Israel - und fragt: "Und das soll kein Völkermord sein?"

Bedient Hallervorden ant-israelische Vorurteile?

Für das Video erntete Dieter Hallervorden auch Gegenwind vom Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck. Via X (ehemals Twitter) warf er ihm vor, im Video kein anti-israelisches Klischee auszulassen und Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben.

Bereits vor einigen Wochen hatte Schauspieler Dieter Hallervorden einen Beitrag auf Instagram geteilt, in dem er sich gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu positionierte und die deutsche Regierung aufforderte, sich für ein Ende des Krieges zwischen Israel und der Hamas einzusetzen.

Quellen und weiterführende Links

BRISANT
dpa
Instagram

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 17. April 2024 | 17:15 Uhr