Ein Hund nimmt etwas essbares aus der Hand einer Person.
Hunde vertragen eine vegetarische Ernährung unter Umständen sehr gut. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Haustiernahrung Hund und Katze vegetarisch ernähren - ist das erlaubt und wie geht das?

14. August 2023, 15:52 Uhr

Es gibt viele Gründe, sein Haustier vegetarisch zu ernähren. Das können Unverträglichkeiten, Gesundheitsaspekte oder auch der Klimawandel sein. Doch geht das überhaupt oder ist das Tierquälerei? Und wenn ja, wie ernähre ich mein Tier am besten vegetarisch?

Vegetarische Ernährung soll das Fell glänzend machen, die Tiere insgesamt fitter und besser riechen sollen sie auch. Manche Halter wollen ihren Hund oder ihre Katze nicht mit Fleisch füttern, weil sie selbst keines essen oder den CO2-Fußabdruck des Tieres verkleinern möchten und fragen sich, ob eine Ernährungsumstellung eine gute Idee ist.

Kann man Hunde und Katzen vegetarisch ernähren?

Prinzipiell können Haustiere auch fleischlos ernährt werden. Hunde sind Allesfresser, sie können auf vegetarisch umgestellt werden. Katzen hingegen sind Fleischfresser und sollten deshalb besser nicht vegetarisch ernährt werden - es sein denn, das Tier hat eine spezielle Unverträglichkeit. Wichtig ist nämlich immer: Die Ernährung eines Haustiers sollte immer auf seine Gesundheit, das Gewicht und das Alter abgestimmt sein.

Ist es Tierquälerei, Katzen vegetarisch zu ernähren?

Für Katzen heißt das in der Regel: Fleisch. Denn Katzen brauchen bestimmte Stoffe, die sie nur durch die Verwertung anderer Lebewesen aufnehmen können. Dazu gehört zum Beispiel Taurin, das sie für die Funktion ihres Herzmuskels, für die Augen, aber auch für ein gesundes Immunsystem brauchen. Vitamin A und D müssen die Tiere ebenfalls über die Nahrung aufnehmen, also zum Beispiel durch Leber oder bestimmte Fischarten. Alternativ gehen auch Nahrungsergänzungsmittel. Bekommen Katzen nicht genug von diesen Stoffen, können sie, je nachdem, welcher Nährstoff fehlt, krank, unfruchtbar oder blind werden.

Laut Tierschutzgesetz sind Halter aber dazu verpflichtet, jedes Tier "seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen [zu] ernähren." Das bedeutet auch, dass es verboten ist, das Tier so zu füttern, dass es Schmerzen, Leiden oder Schäden erfährt. Der Deutsche Tierschutzbund stellt demnach in einem Positionspapier von 2019 fest: "Eine vegetarische Ernährung der Katze (mit einer lacto-ovo-vegetarischen Diät) ist grundsätzlich möglich, sie stellt allerdings sehr hohe Anforderungen an den Halter und sollte nur in Absprache mit einem*einer Tierarzt*Tierärztin erfolgen." So könne eine genaue Ration errechnet werden, durch die das Tier alle benötigten Nährstoffe in der richtigen Menge bekommt.

Zwei Katzen
Da Katzen Fleischfresser sind, können Freigänger kaum vegetarisch ernährt werden. Bildrechte: Getty Images

Hund vegetarisch ernähren: Was muss man dabei beachten?

Hunde können leichter vegetarisch ernährt werden. Aber auch hier sollte der Tierarzt entscheiden, ob der Hund dafür geeignet ist. Und dann sollte die Ernährung vor allem gesund und ausgewogen sein. Das heißt, die Nährstoffe, die nur aus Fleisch oder Fisch aufgenommen werden können, müssen durch pflanzliches Futter oder Nahrungsergänzungsmittel ersetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Proteine, die auch in Getreide und Hülsenfrüchten enthalten sind. Grundsätzlich wichtig: Eine Ernährungsumstellung sollte nie plötzlich passieren.

Ein Hund beißt in ein Stück Melone.
Bei vegetarischen Tieren besonders wichtig: eine ausgewogene Ernährung. Bildrechte: imago images/Westend61

Die richtige Beratung bekommen Herrchen und Frauchen dafür beim Tierarzt. Der kann die Ernährungsumstellung begleiten, wenn das Tier älter, krank oder fitter wird und mehr Auslauf einfordert. Denn auch dann ändert sich der Energiebedarf. Prinzipiell reicht sogenanntes "Alleinfutter" aus, um den täglichen Bedarf des Hundes zu decken. Hier raten Experten aber, den Tierarzt die Werte checken zu lassen, da Studien herausgefunden hätten, dass solches Futter unter Umständen trotz entsprechender Deklaration nicht ausgewogen genug sein kann.

Hunde vegan ernähren Hunde vegan zu ernähren, ist ebenfalls möglich. Studien haben gezeigt, dass die Tiere diese Art der Ernährung gut vertragen, wenn sie dennoch alle Nährstoffe in der richtigen Menge bekommen. Deswegen ist es dabei umso wichtiger, den genauen Bedarf zu ermitteln und zusammen mit dem Tierarzt einen Ernährungsplan aufzustellen.

Diese Empfehlungen gelten für ausgewachsene Hunde. Welpen, die noch wachsen müssen, oder trächtige Hündinnen haben einen erhöhten Protein- und Energiebedarf. Darauf sollten Halter bei der Ernährung achten. Diese Tiere können nicht vegan ernährt werden, weil der Bedarf mit dieser Art der Ernährung gar nicht gedeckt werden kann.

Welche Haustiere sind Vegetarier?

Wer noch kein Haustier hat, aber gerne eines möchte und dabei auf die Ernährung achten will, kann sich ein von Natur aus vegetarisches Haustier anschaffen. Dazu gehören etwa Kaninchen, die sich von Heu, Gräsern und Kräutern ernähren oder Meerschweinchen, die Gräser, Kräuter, Blätter und Gemüsepflanzen bevorzugen.

Meerschweinchen
Auch viele kleine Tiere wie Meerschweinchen können vegetarisch ernährt werden. Bildrechte: imago images/Imaginechina-Tuchong

(Dieser Artikel wurde am 18.05.2023 zum ersten Mal veröffentlicht.)

Quellen und weiterführende Links


BRISANT
Deutscher Tierschutzbund
Tierschutzbund Vier Pfoten
Kleintierpraxis Ralph Rückert
Tierarztpraxis Dr. Klaus von Gierke
Kleintierarzt Wetzikon
Tierarztpraxis Dr. Maike Höch

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