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Seit Ende Mai 2024 darf HVO100 an Tankstellen verkauft werden. Bildrechte: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Neu an der TankstelleWas man über den neuen Diesel HVO100 wissen muss

30. Mai 2024, 15:44 Uhr

Ab sofort dürfen Tankstellen in Deutschland den neuen Kraftstoff HVO100 verkaufen. Die Alternative zum herkömmlichen Diesel wird aus Abfallstoffen hergestellt - überwiegend aus Abfallstoffen wie zum Beispiel altem Speisefett.

In Skandinavien, in den Niederlanden und Italien ist der Kraftstoff bereits seit längerem zugelassen.

Laut Bundesverkehrsministerium ist der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Diesel, "dass bei der Produktion von HVO mehr als 90 Prozent an Treibhausgas-Emissionen eingespart werden können". Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Verträgt jedes Auto den neuen Diesel?

Jeder Liter Benzin und Diesel, der in Deutschland verkauft wird, muss eine Norm für die Zulassung erfüllen. HVO100 erfüllt diese. Heißt also, dass Motoren den neuen Kraftstoff prinzipiell vertragen. Motorschäden wegen des neuen Diesel befürchtet auch Autoexperte Andreas Keßler nicht.

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat in Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern eine offizielle Freigabe-Liste erstellt.

Wenn in der Betriebsanleitung XTL explizit aufgeführt ist, sollte es keine Probleme geben. Im Zweifel können Autofahrer aber weiter die bisherige Dieselsorte tanken.

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer sind sich unsicher, ob ihr Auto reines XTL vertragen würde. Bildrechte: picture alliance / Daniel Bockwoldt

Das bedeuten die Abkürzungen XTL und HVOHVO steht für "Hydrotreated Vegetable Oils".

XTL ist die Kurzform von "X to Liquid" und bedeutet, dass ein beliebiger Rohstoff (X) zu flüssigen Kraftstoff (Liquid) umgewandelt wird.

Darum ist HVO100 so teuer

Autoexperte Andreas Keßler glaubt nicht an einen schnellen Erfolg des "Frittendiesel". Der Grund: Offenbar ist noch nicht klar, ob sich der neue Diesel für die Hersteller und Anbieter überhaupt rechnet. Schließlich muss das alte Frittenfett erst in einem aufwändigen Verfahren aufbereitet werden.

Die Produktionskosten erklären auch den hohen Preis für HVO an der Zapfsäule: Der liegt etwa 20 Cent über dem herkömmlichen B7-Diesel.

Außerdem ist altes Speiseöl nicht in großen Mengen verfügbar und wird schon jetzt fast vollständig "recycelt". Um den Dieselverbrauch in Deutschland komplett auf reines HVO umzustellen, müsste man altes Speiseöl auf dem Weltmarkt kaufen.

Altes Speiseöl aus der Gastronomie wird schon jetzt für andere Dinge weiter verwendet. Viele Reserven für HVO100 sind offenbar gar nicht da. Bildrechte: imago images/Shotshop

Was bedeutet die zusätzliche Bezeichnung XTL?

Um zu verhindern, dass Autofahrer an der Tankstelle den falschen Kraftstoff tanken, ist eine einheitliche Kennzeichnung für die verschiedenen Kraftstoffsorten sowohl im Tankdeckel als auch an der Tankstelle vorgeschrieben.

Alle Zapfsäulen, an denen HVO in Reinform getankt werden kann, müssen darum zusätzlich zu HVO100 auch die Bezeichnung XTL tragen.

Damit ist klar, dass es sich um einen Kraftstoff handelt, der nicht aus Erdöl gewonnen wurde.

Die Produktion von HVO100 ist recht aufwändig, deswegen auch der hohe Preis. Bildrechte: picture alliance/dpa | Christian Charisius

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 30. Mai 2024 | 17:15 Uhr