StarsRoyalsHaushaltGesundheitLifestyle
Ds E-Rezept: Möglich ist die Einlösung von Rezepten mit der App, der Gesundheitskarte oder mit einem Ausdruck. Bildrechte: IMAGO/Jochen Tack

Nach dem StartSo funktioniert das E-Rezept

23. Januar 2024, 19:11 Uhr

Jetzt aber wirklich: Das E-Rezept ist da! Lange war es angekündigt, nun ist die Nutzung des E-Rezepts seit dem 1. Januar 2024 für verschreibungspflichtige Medikamente verpflichtend. Wer im Januar schon ein Rezept eingelöst hat, hat gemerkt, den rosafarbenen Zettel gibt es nicht mehr. Was bedeutet die Umstellung aber genau, was sollte man beachten?

Das sollten Sie zum E-Rezept wissen:

Wie funktioniert das E-Rezept?

Es gibt drei Möglichkeiten zum Einlösen: Mit der Gesundheitskarte, über die App oder mit einem Papier-Ausdruck.

Mit der persönlichen Gesundheitskarte funktioniert es in der Apotheke so ähnlich, wie Patienten es schon lange vom Anmeldevorgang in ihrer Arztpraxis kennen: Die Karte wird in der Apotheke in ein Lesegerät eingesteckt und das Rezept wird abgerufen.

MIt der Versichertenkarte funktioniert das E-Rezept unkompliziert: Die Karte wird in der Apotheke in ein Lesegerät eingesteckt und das Rezept wird abgerufen. Bildrechte: dpa

Wie lassen sich E-Rezepte mit der App einlösen?

Smartphone-Fans können auch die App "Das E-Rezept" nutzen. Dazu braucht es etwas Geduld und vor allem: eine Gesundheitskarte der neuesten Generation. Die erkennt man am Kontaktlos-Logo und an der sogenannten sechsstelligen CAN-Nummer unter den Deutschlandfarben. Wer noch keine NFC-fähige Karte hat, kann sie bei der Krankenkasse anfordern.

Auch das Smartphone, auf dem man die App einrichten möchte, muss NFC-fähig sein. Bei Apple-Geräten sollte mindestens iOS 15 vorliegen und bei Android-Smartphones Android 7. Außerdem wird für die App eine PIN benötigt, die bei der Krankenkasse angefordert werden muss.

Wer die Einrichtung gemeistert hat, kann zusätzlichen Komfort genießen: eine Übersicht der Rezepte, Apothekensuche oder Infos zu Liefermöglichkeiten.

Wer die App nutzen will, braucht eine Gesundheitskarte der neuesten Generation: Die erkennt man am Kontaktlos-Logo und an der sechsstelligen Nummer oben rechts. Bildrechte: IMAGO / Zoonar

Wie funktioniert das E-Rezept bei einer Online-Apotheke?

Bei der Bestellung über eine Online-Apotheke kann der Rezept-Ausdruck auch weiterhin per Post geschickt werden. Für die digitale Abwicklung muss der Code über die Webcam gescannt werden. Dies kann über das ausgedruckte Rezept stattfinden.

Nutzen Sie bereits die App, können Sie die Online-Apotheke Ihrer Wahl in der App auswählen und das Rezept mit dem "Versand"-Button digital übermitteln.

Kann ich weiterhin Rezepte auf Papier nutzen?

Ja, das geht. Wer sich vom Papier nicht trennen kann , kann sich das Rezept auf Wunsch auch weiterhin in der Arztpraxis ausdrucken lassen.

Es ist dann allerdings nicht mehr rosafarben sondern weiß - und der Rezeptcode ist aufgedruckt. Dieser sieht aus wie ein QR-Code.

Auch ein Rezept-Ausdruck ist für Papier-Fans weiterhin möglich. Das Rezept wird dann in der Apotheke über den Code ausgelesen. Bildrechte: dpa

Welche Vorteile bietet das E-Rezept?

Ein bisheriges Problem: Der Apotheker bemerkt, dass auf dem rosa Rezept die Unterschrift der Ärztin fehlt. Die Verordnung muss noch einmal zurück in die Arztpraxis, weil sie so nicht eingelöst werden kann. Situationen wie diese sollen mit dem E-Rezept nicht mehr vorkommen.

Insbesondere durch die Nutzung der App sollen Versicherte Zeit und Wege sparen können. Zum Beispiel dann, wenn sie ein Medikament regelmäßig benötigen und im aktuellen Quartal bereits in der Praxis waren. Dann können Sie ein Rezept in der Arztpraxis anfordern und bekommen es über die App auf elektronischem Wege übermittelt.

Weitere Funktionen der App: Man kann in Apotheken anfragen, ob das Medikament vorrätig ist. Und es gibt eine Familienfunktion, mit der zum Beispiel Eltern in der App Profile für ihre Kinder anlegen und deren Rezepte verwalten können. Eine Funktion, die auch pflegenden Angehörigen helfen soll.

E-Rezepte können auch per App eingelöst werden. Bildrechte: dpa

Welche Nachteile gibt es für Patienten?

Konkrete Nachteile sind nicht zu erwarten. Bei den Patienten sei aber noch viel Erklärungsbedarf da, sagt der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands, Stefan Fink. So hätten Patienten jetzt in der Regel nichts mehr in der Hand und wüssten nicht genau, welches Medikament nun wirklich verschrieben ist.

Bei den Apotheken führe das E-Rezept aktuell noch zu einer Doppelstruktur, denn Rezepte für Privatpatienten oder Hilfsmittel (wie beispielsweise Physiotherapie-Verordnungen oder Orthesen) gibt es nach wie vor auf Papier. Viele Arbeitsabläufe hätten zudem umgestellt werden müssen. "Und an Stromausfall will keiner denken", so Fink.

Quellen und weiterführende Links

BRISANT
dpa
Bundesgesundheitsministerium
Apotheken-Umschau

Mehr Gesundheits-Themen

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 20. Januar 2024 | 17:15 Uhr