Leandra und Sara küssen sich während des Christopher Street Day 2021
"Lieb' doch, wen du willst!" Eigentlich selbstverständlich im Jahr 2024 Bildrechte: picture alliance/dpa | Mohssen Assanimoghaddam

Cis, trans, nonbinär Das bedeuten die LGBTQIA-Abkürzungen und Begriffe

28. Mai 2024, 11:23 Uhr

Heterosexuell (man liebt Menschen des anderen Geschlechts), homosexuell (man liebt Menschen des gleichen Geschlechts) und bisexuell (man liebt Mann und Frau) - diese Begriffe kennt sicher jeder und viele können sie sicherlich auch erklären. Der Begriff asexuell (Menschen, die keine sexuelle Empfindung spüren) ist schon weniger bekannt, aber vielleicht noch gut herzuleiten.

Liebe im 21. Jahrhundert ist jedoch vielfältiger als diese Varianten, auch gibt es heute mehr (akzeptierte) Geschlechtsidentitäten.

Wofür steht eigentlich LGBTQ? Das Akronym (Kurzwort aus Anfangsbuchstaben) kommt aus dem Englischen und steht für: Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Oftmals wird der Begriff um ein + oder weitere Buchstaben ergänzt, zum Beispiel: LGBTQIA, also Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex, Asexual

Was bedeutet Pansexualität?

Um die Liste der gängigen sexuellen Orientierungen zu vervollständigen, muss man noch den Begriff pansexuell mit aufnehmen: Pansexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen aller Geschlechter sexuell hingezogen. Der Unterschied zu Bisexualität liegt vor allem darin, dass Pansexuelle die Norm ablehnen, dass es nur zwei Geschlechter geben soll.

Wichtig ist jedoch: Die sexuelle Orientierung ist so individuell wie jeder Mensch selbst. Deshalb gibt es immer wieder neue Begriffe und Definitionen, um die eigene Sexualität zu beschreiben. Manche Menschen möchten sich auch gar nicht einordnen.

Die US-Schauspielerin Miley Cyrus, 2009
Auch Schauspielerin Miley Cyrus steht zu ihrer Pansexualität. Bildrechte: picture-alliance/ dpa | epa Paul Buck

Diese Begriffe beschreiben die Geschlechtsidentität

Neben der sexuellen Orientierung gibt es noch Begriffe, die die Geschlechtsidentität eines Menschen beschreiben.

Elliot Page
Ende 2020 outete sich Hollywood-Star Elliot Page als trans*Mann und wechselte damit seine Geschlechtsidentität von weiblich zu männlich. Bildrechte: IMAGO / Panama Pictures

Die gängigsten sind:

Cis: So bezeichnet man Menschen, die sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Also beispielsweise ein Mensch, der sich als Mann fühlt und der bei der Geburt aufgrund seiner Geschlechtsorgane das männliche Geschlecht zugewiesen bekommen hat.

Trans*: Trans* ist ein Überbegriff für Personen, die sich nicht oder nur teilweise mit dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht identifizieren. Unter diesen Begriff fallen Bezeichnungen wie non-binär, transgender, transident oder transsexuell - nicht alle Begriffe sind klar voneinander abzugrenzen.

Transsexuell: Transsexualität ist der in Deutschland rechtlich korrekte Begriff für Transgeschlechtlichkeit. Dieser Bezeichnung ordnen sich manche Personen gezielt zu, von vielen trans*Menschen wird er jedoch abgelehnt. Der Grund: Durch die Endung könnte man meinen, es handle sich um eine Form der Sexualität - dem ist aber nicht so, denn hier geht es um die eigene Identität. Außerdem wird er immer wieder als veraltet und pathologisierend kritisiert, da er fälschlicherweise nahelege, bei Transgeschlechtlichkeit würde es sich um eine Erkrankung handeln.

Genderfluid: Wenn die eigene Geschlechtsidentität immer mal wieder wechselt, zum Beispiel von männlich zu weiblich und wieder zurück, ist dies die richtige Bezeichnung dafür.

Non-binär/Nicht-binär: Das ist ein Überbegriff für Personen, die sich nicht oder nicht ausschließlich männlich oder weiblich identifizieren. Sie können sich beispielsweise zwischen männlich und weiblich oder auch außerhalb dieser Kategorien verorten.

Eine Person zwischen einer Toilette für Männer und einer für Frauen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Brisant Mo 15.04.2024 17:15Uhr 02:44 min

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Und dann gibt es noch inter*Menschen. Ihre Körper haben angeborene Merkmale, die nicht den gängigen Vorstellungen von weiblich und männlich entsprechen, beispielsweise anatomisch oder auf hormoneller Ebene. Seit 2018 ist es deshalb möglich, sich im Geburtenregister neben "männlich" und "weiblich" auch als "divers" eintragen zu lassen.

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität Die sexuelle Orientierung bezieht sich auf das Geschlecht der Personen, zu denen sich ein Mensch hingezogen fühlt. Bei der Geschlechtsidentität geht es um die Frage, ob sich ein Mensch selbst mit dem ihm zugewiesenen Geschlecht identifiziert, ob es ihn passend und ausreichend beschreibt.

Nicht-binäre*, trans*- und inter*Menschen können deshalb genauso homo-, bi-, pan-, a- oder heterosexuell sein, wie cis*Menschen.

Die Geschlechtsidentität sagt nichts über die sexuelle Orientierung aus. Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. April 2024 | 17:15 Uhr

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