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Lachgas ist vor allem in der Partyszene als Droge beliebt. Doch der Konsum kann schwere Folgen haben. Bildrechte: imago images/Andia

Gefährlicher TrendLachgas als Droge: Das sind die Risiken!

19. Oktober 2023, 17:04 Uhr

Legal, billig, leicht zu bekommen - und gefährlich: Lachgas gilt besonders unter Jugendlichen als Partytrend. Aus dem Luftballon eingeatmet erzeugt es einen schnellen, kurzen Rausch. Die Beschaffung ist einfach: Das Gas gibt es in Form von Patronen etwa für Schlagsahne-Spender in fast jedem Supermarkt zu kaufen. Mediziner schlagen jedoch Alarm und warnen vor körperlichen Folgen.

Was ist Lachgas?

Lachgas ist ein farbloses Gas mit süßlichem Geruch, das auch als Distickstoffmonoxid bekannt ist. Nicht nur im medizinischen Bereich kommt das Gas zum Einsatz, auch zu industriellen Zwecken ist es geeignet. So wird es unter anderem als Treibgas in Kartuschen für Spraydosen, Sprühsahne oder Luftballons frei verkäuflich angeboten.

Vor allem junge Menschen in EU-Ländern würden einem Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen (EMCDDA) zufolge vermehrt Lachgas inhalieren, ohne sich der Folgen bewusst zu sein.

In Form von Kartuschen für Sahnespender gibt es Lachgas in fast jedem Supermarkt zu kaufen. Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Wie wirkt Lachgas?

Das farblose Gas hat beim Inhalieren durch Mund oder Nase bereits nach wenigen Sekunden eine schmerzstillende und betäubende Wirkung. Aus diesem Grund wird es auch in der Medizin angewendet - zum Beispiel beim Zahnarzt. Dabei können auch Halluzinationen und Glücksgefühle auftreten. Allerdings wird bei der medizinischen Nutzung auf eine genaue Dosierung geachtet.

Bei dem Konsum als Partydroge wird diese Dosierung nicht eingehalten, sondern das Gegenteil ist der Fall - und genau da liegt das Problem. Denn der Rauschzustand hält nur wenige Minuten. Um also im Vollrausch zu bleiben, wird das Lachgas in unkontrollierten Mengen konsumiert. Viele Jugendliche inhalieren das Gas etwa aus Luftballons oder direkt aus Sahnespenderkapseln.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Der kurze Rausch kann heftige Folgen haben. Wer Lachgas konsumiert, muss sich des Risikos bewusst sein, dass das Gas Nervenschäden bis hin zu Querschnittslähmungen verursachen kann. Der Grund: Lachgas schädigt das Knochenmark und zerstört die Isolierung der Nervenbahnen. Daraus können Koordinationsstörungen resultieren und das Gedächtnis kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hinzu kommt, dass durch häufigen Konsum eine psychische Abhängigkeit von Lachgas entstehen kann. Der Sauerstoffmangel kann außerdem zu erheblichen Schäden im Gehirn führen. Im Zusammenhang mit anderen Drogen können unberechenbare und unangenehme Rauschzustände eintreten. Erfolgt der Konsum in Verbindung mit Alkohol, kommt es verstärkt zu Übelkeit und Erbrechen.

In diesen Ländern gelten bereits Verbote

Andere Länder ziehen bereits die Reißleine und wollen dem wachsenden Konsum von Lachgas unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Verboten entgegenwirken. Seit Januar 2023 haben die Niederlande den Verkauf und Besitz stark eingeschränkt. Gleiches gilt seit Kurzem auch für Großbritannien. Dort ist der Besitz ab sofort illegal. Wiederholungstätern drohen bis zu zwei Jahren Haft. Auch Dänemark hat bereits strengere Vorgaben erlassen. In Deutschland sind bisher weder Einschränkungen noch Verbote geplant.

Quellen und weiterführende Links

BRISANT
drugcom.de
dpa

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 16. November 2023 | 17:15 Uhr