Eine Gruppe von Menschen in Uniform unterhalten sich inmitten zweier Autos.
Am Arade-Stausee in Portugal wurde erneut nach Spuren im Fall Maddie gesucht. Offenbar konnten mehrere Gegenstände sichergestellt werden. Bildrechte: dpa

Seit 2007 verschwunden Fall Maddie: Nach Suchaktion - Gegenstände sichergestellt

11. Januar 2024, 11:54 Uhr

Vor 16 Jahren verschwand das englische Mädchen Maddie McCann spurlos im Süden Portugals. Mehrere Suchaktionen verliefen ergebnislos, eine Leiche wurde nie gefunden. Doch abgeschlossen ist der Fall noch nicht!

Fundstücke werden von Polizei ausgewertet

Im Fall Madeleine "Maddie" McCann hat die portugiesische Polizei das Gebiet um den Arade-Stausee in Portugal untersucht. Dabei konnten offenbar mehrere Gegenstände sichergestellt werden. "Ob einzelne der Gegenstände tatsächlich einen Bezug zu dem Fall Madeleine McCann haben, lässt sich derzeit noch nicht sagen.", teilt die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit.

Die gefundenen Gegenstände sollen in den nächsten Tagen ausgewertet werden. Um welche Fundstücke es sich dabei handelt, ließ sie niedersächsische Staatsanwaltschaft offen.

Polizei untersucht Bodenproben und Stofffetzen

Auf Betreiben der deutschen Ermittlungsbehörden hatten Beamte aus Deutschland, Großbritannien und Portugal vergangene Woche das Gebiet um den Arade-Stausee abgesucht, um weitere Erkenntnisse zum Verschwinden des britischen Mädchens im Jahr 2007 zu gewinnen. Dabei kamen unter anderem Spürhunde und eine Drohne zum Einsatz. Die Ermittler nahmen örtlichen Medien zufolge Bodenproben und sammelten verschiedene Stofffetzen auf. 

Ein Polizeizelt und Fahrzeuge zwischen Bäumen
In diesen Zelten der portugiesischen Polizei wird die Suchaktion koordiniert. Bildrechte: dpa

Im Fokus der Ermittler: der Arade-Stausee

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Polizisten am Arade-Stausee den Uferbereich durchkämmten. Forstarbeiter waren im Einsatz, um Vegetation zu entfernen. Taucher fuhren mit einem Schlauchboot auf den See hinaus. Dutzende Fahrzeuge und Spezialisten waren an dem Einsatz beteiligt. Der See war weiträumig abgeriegelt worden. TV-Teams durften nur aus der Ferne filmen.

Am ersten Tag der Suche seien in erster Linie Bodenproben zur späteren Analyse gesammelt worden, berichtete die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf Teilnehmer der Aktion. "Ich glaube, sie suchen nach biologischen Überresten, aber es ist sehr schwierig für die Hunde, sie nach so vielen Jahren aufzuspüren", sagte José Ángel Sánchez, ein erfahrener Experte für Vermissten- und Entführungsfälle, dem spanischen Sender RTVE.

Blumen stehen 2007 vor einem Bild der verschwundenen Madeleine McCann.
Am 3. Mai 2007 verschwand Maddie spurlos. Sie war damals 3 Jahre alt. Bildrechte: dpa

Maddie verschwand 2007 spurlos

Der Arade-Stausee befindet sich rund 50 Kilometer vom Badeort Praia da Luz entfernt. Dort war Maddie am 3. Mai 2007, kurz vor ihrem vierten Geburtstag, aus einer Ferienanlage spurlos verschwunden, während die Eltern nur wenige Meter entfernt beim Abendessen saßen.

Die Ermittler vermuten, dass Maddie entführt und ermordet wurde. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden. Maddie wäre heute 20 Jahre alt.

Kate und Gerald McCann
Maddies Eltern Kate und Gerald McCann 2007 mit den Zwillingen Sean und Amelie. Bildrechte: dpa

Ist ein Deutscher der Täter?

Im Jahr 2020 kam überraschend Bewegung in den Fall: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gab bekannt, dass sie Mordermittlungen gegen den Deutschen Christian B. führt. Er ist wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraft und lebte von 1995 bis 2007 regelmäßig an der Algarve. Laut der englischen Zeitung "Daily Mail" soll er in der Zeit auch öfter an dem Stausee gewesen sein, der nun durchsucht wird. Christian B. sitzt in Oldenburg im Gefängnis. Anklage gegen ihn wurde im Fall Maddie bisher nicht erhoben. Die Ermittlungen dauern an.

BRISANT/AFP/dpa/Daily Mail

(Dieser Artikel wurde erstmals am 23. Mai 2023 veröffentlicht.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Mai 2023 | 17:15 Uhr

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