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Ab Montag (26.02.) wird regional an verschiedenen Tagen gestreikt. Bildrechte: picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Alle Bundesländer im ÜberblickStreik im ÖPNV - wo und wann wird gestreikt?

26. Februar 2024, 16:06 Uhr

Der ÖPNV wird wieder bundesweit bestreikt. Die meisten Streiks sollen laut der Gewerkschaft ver.di am 1. März stattfinden. Wo und wann gestreikt wird und was sie als Arbeitnehmer beachten müssen.

Ist ihr Wohnort vom Streik betroffen? Hier finden Sie alle Bundesländer im Überblick:

Baden-Württemberg

Hauptstreiktag wird auch in Baden-Württemberg der 1. März sein, der zugleich Klimastreiktag ist. Bereits in den vergangenen Tagen gab es ÖPNV-Warnstreiks in verschiedenen Städten. Ob es weitere Streiktage geben wird und welche Städte genau betroffen sind ist noch unklar.

Bayern

Bayern ist als einziges Bundesland nicht vom Warnstreik betroffen.

Berlin

In Berlin müssen sich Fahrgäste schon am Montag (26.02.) auf Einschränkungen im ÖPNV einstellen. Mehrere Gewerkschaften haben zum Warnstreik aufgerufen. Am Donnerstag und Freitag geht es dann mit dem nächsten Warnstreik von ver.di weiter, der wahrscheinlich größere Auswirkungen haben wird.

Brandenburg

In Brandenburg wird mancherorts bereits vor dem 1. März gestreikt: Am 28. Februar in Templin, Prenzlau, Schwedt und Angermünde sowie am 29. Februar im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Bremen

In Bremen wird ab Mittwoch (28.02.) gestreikt. Im Nahverkehr in Bremerhaven soll nicht gestreikt werden – die Beschäftigten hatten erst am vergangenen Dienstag gestreikt.

Hamburg

In Hamburg wird von Donnerstag früh bis Freitag Nacht gestreikt. Ver.di hat die Beschäftigten der Hamburger Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) zum Streik aufgerufen. Auch Nachtbusse sind laut der Gewerkschaft betroffen.

Hessen

Hauptstreiktag ist auch in Hessen der 1. März. Wann wo genau gestreikt wird, ist bislang nicht bekannt. Bei vergangenen Streiks waren vor allem die Busse in Wiesbaden, die Straßenbahnen und Busse in Kassel und die Straßen- und U-Bahnen in Frankfurt betroffen.

Mecklenburg-Vorpommern

Im Mecklenburg-Vorpommern soll am Freitag, den 1. März gestreikt werden. Allerdings mit Außnahmen: Bei den Neubrandenburger Verkehrsbetrieben soll zum Beispiel nicht gestreikt werden.

Niedersachsen

Bus- und Straßenbahnnutzer in Niedersachsen müssen ab Mittwoch (28.2.) wieder mit Ausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi weitet die am Montag begonnene Warnstreikwoche dann auf mehrere Städte vor allem im Süden des Bundeslands aus. Betroffen ist am Mittwoch zunächst nur Göttingen, wie Verdi mitteilte. Am Donnerstag (29.2.) sollen Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Wolfsburg und Goslar hinzukommen.

Die Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover und die Braunschweiger Verkehrsgesellschaft kündigten nun an, am Donnerstag und Freitag erneut alle Stadtbahnen und Busse in den Depots zu lassen. Die Göttinger Verkehrsbetriebe lassen den Busbetrieb ab Mittwoch für drei Tage ruhen, Stadtbus Goslar am Donnerstag und Freitag. In Osnabrück fährt an beiden Streiktagen kein Metrobus. Die Wolfsburger Verkehrs-GmbH will einen Streikfahrplan auflegen.

Nordrhein-Westfalen

In NRW soll am Donnerstag (29.02.) und Freitag (01.03.) gestreikt werden.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz hat ver.di am Montag, den 26.02.2024 die Beschäftigten der privaten Omnibusbetriebe zum Streik aufgerufen. Betroffen sind laut der Gewerkschaft die DB Regio Bus Mitte in Mehren sowie die MB Moselbahn an allen Standorten. Besonders betroffen sei die Region Trier.

Saarland

Im Saarland wird am Montag (26.02.) gestreikt. Betroffen sind die Busse der Saarbahn im Regionalverband Saarbrücken, die Neunkircher und Völklinger Verkehrsbetriebe sowie die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis.

Sachsen

In Sachsen wurde bereits gestreikt.

Sachsen-Anhalt

Im kommunalen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt wird zum Ende der Woche gestreikt. Laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi sollen Beschäftigte der kommunalen Verkehrsunternehmen in Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg sowie im Burgenlandkreis die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik beginnt am 29. Februar und dauert 48 Stunden.

Schleswig-Holstein

Ver.di hat in Schleswig-Holstein von Montag (26.02.) bis Freitag (01.03.) zum Warnstreik aufgerufen. Dieser betreffe private Busbetriebe. Der Busverkehr in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster soll allerdings nicht betroffen sein.

Thüringen

In Thüringen müssen Kunden des öffentlichen Nahverkehrs am Mittwoch und Donnerstag in mehreren Städten und Landkreisen mit erheblichen Behinderungen rechnen. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, sind die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen an beiden Tagen ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Der Arbeitskampf betrifft Busse und Straßenbahnen in den Städten Erfurt, Jena, Weimar, Gera, Nordhausen, Mühlhausen und Sondershausen, aber auch in einigen Landkreisen wie den Saale-Holzland-Kreis.

Gibt es eine Entschädigung, wenn Bus, U-Bahn oder Straßenbahn nicht fahren?


Was tun, wenn ich nicht mit Bus und Bahn zur Arbeit komme? Einfach zu Hause bleiben darf man nicht. Ähnlich sieht es für Schüler aus.

Hat ein Zug der Deutschen Bahn erhebliche Verspätung oder fällt ganz aus, haben die betroffenen Fahrgäste einen Anspruch auf Entschädigung - auch bei Streiks. Wie hoch diese ausfällt, regelt die EU-Fahrgastverordnung.

Ist man mit den "Öffis" unterwegs, sieht das anders aus. Bei einem Streik hat man hier keinen Anspruch auf Beförderung oder Fahrpreis-Erstattung. Auch die von vielen Verkehrsunternehmen zugesicherte "Mobilitätsgarantie" gilt dann nicht mehr.

Auch Taxikosten werden nicht ersetzt. Selbst dann nicht, wenn man aufgrund des Streiks nicht pünktlich zur Arbeit kommt.

Sind Arbeitnehmer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, sollten sie sich um Alternativen kümmern, wenn der ÖPNV bestreikt wird. Bildrechte: dpa

Was gilt, wenn man zu spät am Arbeitsplatz erscheint?

Der Weg zur Arbeit liegt grundsätzlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Er trägt das sogenannte Wegerisiko. Ein Grund, nicht pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, ist ein Streik des ÖPNV also nicht.

Wer zu spät zur Arbeit kommt, ist verpflichtet, die gesamte Arbeitszeit nachzuholen - oder für diese Zeit Urlaub oder Ausgleich zu nehmen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Arbeitgeber. Ein Recht auf das Nachholen der verpassten Arbeitszeit hat der Arbeitnehmer nicht.

Falls möglich, kann man sich mit dem Arbeitgeber auf Homeoffice einigen. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich mit dem Chef schon vorab auzutauschen. In der Regel werden Streiks rechtzeitig angekündigt.

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Arbeitnehmer muss sich um Alternativen bemühen

Wer sich im Vorfeld nicht um Alternativen bemüht hat, seinen Arbeitsplatz pünktlich zu erreichen, muss sogar mit einer Abmahnung rechnen. Bei mehrmaligem Zu-spät-Kommen droht schlimmstenfalls die Kündigung.

Nicht zumutbar ist es allerdings, die Fahrt zur Arbeit einen Tag vorher anzutreten. Gleiches gilt für Fahrtkosten für ein Taxi, deren Höhe in keinem Verhältnis zum Gehalt stehen.

Muss mein Kind trotz Streik zur Schule?

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gilt in Deutschland eine Schulpflicht - auch bei Streik. Bei Minderjährigen sind die Eltern in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Kind am Unterricht teilnehmen kann.

Letztlich liegt es in der Hand der Schulen, ob sie das Fernbleiben eines Schülers als "unentschuldigtes Fehlen" werten.

Quellen und weiterführende Links:

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 01. Februar 2024 | 17:15 Uhr