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Jérôme Boateng wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung verwarnt. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

GewaltvorwürfeUrteil: Jérôme Boateng wegen vorsätzlicher Körperverletzung verwarnt

19. Juli 2024, 18:01 Uhr

Schon viermal hat sich ein Gericht mit den Gewaltvorwürfen von Jérôme Boatengs Ex-Freundin gegen den Fußballprofi befasst. Jetzt gibt es eine neue Entscheidung.

Das Landgericht München I hat den früheren deutschen Nationalspieler am Freitag (19.07.) wegen vorsätzlicher Körperverletzung verwarnt. Die Kammer verhängte eine Geldstrafe unter Vorbehalt in Höhe von 200.000 Euro.

Das bedeutet, dass der Fußball-Profi die Geldstrafe nur zahlen muss, wenn er erneut straffällig wird.

Staatsanwaltschaft fordert Millionenstrafe

Das Gericht kam bei seinem Urteil zu dem Schluss, "dass von dem Vorwurf des notorischen Frauenschlägers nichts übrig geblieben ist", wie es die Vorsitzende Richterin formulierte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe in Höhe von 1,12 Millionen Euro gefordert, die Verteidigung sich dagegen höchstens für eine "moderate Geldstrafe" wegen fahrlässiger Körperverletzung oder die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage ausgesprochen.

Jérôme Boateng bei einem früheren Gerichtstermin mit seinem Verteidiger im Verhandlungssaal. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Boateng wehrt sich gegen Vorwürfe

Am 14. Juni fand der Auftakt des jüngsten Verfahrens gegen den 35-Jährigen vor dem Landgericht München I statt. Boateng erschien selbst und stritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden ab.

"Nicht ich bin es, der sich nicht unter Kontrolle hat und mit Gewalt auf Streitereien in unserer Beziehung reagierte. Ich werde allenfalls laut und verteidige mich, wenn ich angegriffen werde", hatte Boateng vor Gericht gesagt.

Ex-Freundin spricht von Gewalt

Seine Ex-Freundin, die Mutter der gemeinsamen Zwillinge, und die Staatsanwaltschaft hatten Boateng hingegen Körperverletzung vorgeworfen.

Er habe sie mit einem Windlicht und einer Kühltasche beworfen und sie später geschlagen. Das bestritt Boateng und entgegnete: Sie habe ihn damals im Karibik-Urlaub 2018 angegriffen. Er habe sich nur gewehrt, sie weggeschubst und dabei verletzt.

Boateng Mitte Juni 2024 auf dem Weg in den Verhandlungssaal. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Neuer Prozess nach Aufhebung des Urteils

Der neue Prozess fand statt, weil das Bayerische Oberste Landesgericht im September 2023 eine Verurteilung Boatengs aus dem Jahr 2022 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben hatte, nachdem sowohl die Boateng-Seite als auch Staatsanwaltschaft und Nebenklage in Revision gegangen waren.

Die Folge: Das Verfahren wurde an das Landgericht München I verwiesen und dort nun komplett neu aufgerollt. Das jetzige Urteil ist nach Angaben des Gerichts noch nicht rechtskräftig. Demnach steht der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Revision zum Bayerischen Obersten Landesgericht offen. Dafür haben beide Seiten bis zum 26. Juli Zeit.

Quellen und weiterführende Links

BRISANT
dpa
afp
Wikipedia

Die Vorgeschichte:

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 19. Juli 2024 | 17:15 Uhr