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Kriminelle nutzen häufig die Einsamkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus. Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

BetrugEnkeltrick: So können Sie sich schützen

22. Februar 2024, 15:01 Uhr

Falsche Polizisten - wie gehen die Betrüger vor?

An der Haustür schrecken sie nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen, um sich Zutritt in die vier Wände ihrer Opfer zu verschaffen und dann Schmuck und Bargeld zu stehlen.

Am Telefon versuchen sie, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, ihre Kontodaten preiszugeben oder Geld- und Wertgegenstände an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt.

Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zu Hause oder auf der Bank nicht mehr sicher sind, auf Spuren untersucht werden müssten oder die Enkelin sich in einer Notlage befände, die nur mit Geld zu lösen sei.

Tückisch: Die Täter nutzen eine spezielle Technik, sogenanntes Spoofing. Hierbei erscheint im Display die Notrufnummer 110 oder die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle. 

Per Spoofing kann auf dem Telefondisplay der Angerufenen eine andere Nummer angezeigt werden. Bildrechte: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte

Auch per Post oder E-Mail fordern Betrüger ihre Opfer zur Zahlung höherer Geldsummen auf: Sie verschicken beispielsweise Haftbefehle mit der Aufforderung, die im Schreiben genannte Geldstrafe zu bezahlen, ansonsten drohe die Inhaftierung.

Betrüger nutzen Vertrauen der Menschen aus

Eine Masche, die trotz aller Warnungen funktionieren kann. Allein in Norddeutschland haben "falsche Polizisten" im Jahr 2022 8,4 Millionen Euro erbeutet.

Ein Film der Polizei Reutlingen zeigt die Vorgehensweise der Betrüger am Telefon: Ein nachgestelltes Täter-Opfer-Gespräch am Telefon macht deutlich, wie die Täter das Vertrauen der Menschen in die Polizei ausnutzen.

Neue Masche: Traueranzeigen werden ausgenutzt

Eine Betrugsmasche, die besonders perfide ist: Die Betrüger durchforsten die Zeitungen nach Traueranzeigen. Sie wissen somit, dass die Hinterbliebenen in einem emotionalen Tal stecken und eventuell alleine zu Hause sind.

Dann rufen sie dort an, geben sich als Enkel oder Urenkel aus und erzählen, dass sie wegen einer Bagatelle von der Polizei verhaftet wurden. Sie würden allerdings auf Kaution freikommen und gleich könnte ein Freund das Geld für die Kaution abholen. Ansonsten würde der Enkel leider die Beerdigung verpassen.

Über Traueranzeigen in der Zeitung kommen die Betrüger an ihre Opfer. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance / dpa | Bernd Weißbrod

Wann sollte man misstrauisch werden?

Bei Anrufen mit unbekannter Nummer oder Vorwahlnummern, die man nicht kennt, sollte man nicht zurückrufen. Außerdem ist bei der Weitergabe der persönlich Daten Vorsicht geboten. Diese sollte man Fremden am Telefon auf keinen Fall nennen. 

Doch zurückgerufen - was nun?

Sobald klar ist, dass es sich um einen unseriösen Anruf gehandelt hat, sollte man schnell auflegen. Außerdem sollte der Vorfall der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Rufen Sie niemals zurück, wenn Ihnen eine Telefonnummer verdächtig vorkommt oder Sie die Vorwahl nicht kennen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Tipps der (echten) Polizei

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen
  • Die "echte" Polizei ruft niemals unter der Telefonnummer 110 an, dies ist ausschließlich eine Notrufnummer

Kurvideo: Enkeltrick - So verhält man sich richtig

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Quellen und weiterführende Links

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