Ein Blutspender sitzt auf dem Liegestuhl und spendet Blut
Wer noch nie Blut gespendet hat: Für den Spender gibt es jede Menge Vorteile. Bildrechte: IMAGO/Sven Simon

Viel mehr als "nur" Leben retten Darum hat die Blutspende auch für Spender viele Vorteile

14. Juni 2024, 17:02 Uhr

Das wichtigste Argument fürs Blutspenden ist, dass man Patienten helfen und sogar Leben retten kann. Mit einer einzigen Vollblutspende kann bis zu drei Menschen geholfen werden.

Was viele nicht wissen: Blutspenden ist auch für den Spender gesund! Für alle, die noch nie Blut gespendet haben oder schon lange nicht mehr beim Aderlass waren, kommen hier ein paar gute Gründe:

Gesundheitscheck für den Spender

Vor der Spende wird der Hämoglobinwert (Eisenwert) im Blut des Spenders ermittelt, Blutdruck, Puls und Körpertemperatur werden gemessen. Das gespendete Blut wird auf Infektionskrankheiten wie HIV, Syphilis, Hepatitis und ähnliches untersucht.

Bei Auffälligkeiten erhalten die spendende Person oder die Hausarztpraxis eine Nachricht. Wer nicht informiert wird, kann sicher sein, dass sein Blut frei von solchen Erregern ist.

Tag der Blutspende 3 min
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Brisant Fr 14.06.2024 16:15Uhr 02:31 min

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Blutspenden verbraucht Kalorien

Blutspenden kostet den Körper Kraft und damit auch Kalorien. Das mag anstrengend sein, ist aber durchaus gesund. Wie viele Kalorien beim Blutspenden selbst verloren gehen, darüber sind sich die Experten nicht ganz einig. Geschätzt werden zwischen 650 und 800 Kalorien.

Nach dem Aderlass muss der Körper langfristig den Blutverlust wieder ausgleichen, indem er neue Blutzellen herstellt. Dieser Prozess erfordert Energie.

Die fehlende Flüssigkeit, das fehlende Plasmaeiweiß und die fehlenden Blutzellen werden in wenigen Tagen ersetzt. Die roten Blutkörperchen in der Regel innerhalb einer Woche. Bis das fehlende Eisen erneuert ist, dauert es etwa vier bis sechs Wochen, bei Frauen gelegentlich auch länger.

Waage mit Blutspenderbeutel
Blutspenden fordert den Körper und verbraucht so auch Kalorien. Bildrechte: IMAGO/Sven Simon

Blutspenden ist gut für Blutdruck und Herz

Regelmäßiges Blutspenden kann den Blutdruck von Hypertonie-Patienten senken, also von Menschen, die unter Bluthochdruck leiden. Das haben Studien von Medizinern an der Charité in Berlin ergeben.

Untersucht wurden jeweils 150 Blutspender mit normalem und erhöhtem Blutdruck - über eine Dauer von vier Vollblutspenden. Heraus kam, dass der Blutdruck bei Personen mit hohen Ausgangswerten deutlich abnahm. Dieser blutdrucksenkende Effekt hielt bis zu sechs Wochen an.

Bei regelmäßigen Blutspendern ist das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich geringer - und zwar um bis zu 88 Prozent. Das zumindest geht aus einer etwas älteren Langzeitstudie von 1998 aus Finnland hervor. Im Test waren rund 3.000 Probanden.

Bestimmung der Blutgruppe

Eigentlich sollte jeder seine Blutgruppe kennen - oft ist es aber nicht so. Blutspender, die zum ersten Mal spenden, erhalten danach einen Blutspendeausweis mit der jeweiligen Blutgrupppe. Die zu kennen, schadet auf keinen Fall - und kann bei einem Unfall möglicherweise einen klaren Zeitvorteil bringen.

Die Blutgruppen-Bestimmung ist beim Blutspenden gratis. Wer seine Blutgruppe einfach nur so wissen will, muss in der Regel dafür beim Arzt rund 25 Euro bezahlen.

Blutspenden ist gut für die Psyche

Für die meisten Menschen fühlt es sich einfach gut an, anderen zu helfen. Helfen macht glücklich! Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) kann mit einer einzigen Vollblutspende bis zu drei Patienten geholfen werden. Und allein die Vorstellung, dazu beigetragen zu haben, verleihe vielen Spendern ein Hochgefühl. Für das gibt es sogar einen Namen: "Warm Glow".

Der kostbare Saft wird nicht nur bei Unfällen, sondern auch vielen Operationen gebraucht. Das könnte jederzeit auch die eigenen Verwandten und Freunde treffen - oder einen selbst.

Und schon mal daran gedacht? Beim Warten in der Schlange, bei der Anmeldung, der Spende oder dem kleinen Imbiss danach ergeben sich oft nette Gespräche mit anderen Spendern oder dem medizinischen Personal.

Das Spendeteam nimmt nicht nur die Daten der spendenden Person auf, sondern sorgt auch für Wasser oder Apfelschorle vor der Spende, damit das Blut gut fließt. Anschließend wird ein kleiner Snack gereicht.

Auch interessant: Man kann sich sogar selbst mit einer Blutpspende helfen. Wer an trockenen Augen leidet, für den können aus dem eigenen Blut autologe Serumsaugentropfen hergestellt werden, die die Beschwerden lindern können.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Juni 2024 | 16:15 Uhr

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