Radfahrer bei Radrennen bei der 16. Etappe des Giro d'Italia 2023 von Sabbio Chiese nach Monte Bondone. Nach einer monatelangen Trockenperiode in Norditalien regnete es in den vergangenen Wochen häufig und teils sehr intensiv.
Der Gardasee ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen. Daran wird wahrscheinlich auch das Dengue-Fieber nichts ändern. Bildrechte: dpa

Übertragung durch Mücken Dengue-Fieber am Gardasee: Das müssen Urlauber jetzt wissen

18. September 2023, 16:44 Uhr

In der Lombardei in Italien, darunter in Gemeinden am Gardasee, gibt es offenbar einen Ausbruch des Dengue-Fiebers mit bisher sechs registrierten Fällen. Experten sind sich sicher, dass das Virus vor Ort von Mücken auf Menschen übertragen und nicht etwa eingeschleppt worden ist.

Die örtlichen Behörden reagieren mit Sicherheitsmaßnahmen, um die Krankheit einzudämmen: So gibt es eine Anti-Mücken-Verordnung und Spezialfirmen, die Insektizide versprühen.

Reisehinweis für Italien-Urlauber

Das Auswärtige Amt reagierte auf die gehäuften Krankheitsfälle mit einem Reisehinweis für Italien: Darin wird dringend zum Schutz vor Mückenstichen geraten - zum Beispiel durch entsprechende Kleidung und Anti-Mücken-Mittel. Auch sollten sich Urlauber vorab über eine Impfung informieren. Vorgeschrieben ist eine solche Impfung für den Italien-Urlaub jedoch nicht.

Eine tote weibliche Tigermücke liegt in den Räumen der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in einer Petrischale
Die Asiatische Tigermücke überträgt das Dengue-Virus. Wegen des Klimawandels ist sie nun auch in Europa zu Hause. Bildrechte: dpa

Je mehr Hautoberfläche ich den Mücken biete, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich gestochen werde.

Prof. August Stich, Chefarzt an der Klinik für Tropenmedizin Würzburg

Klimawandel bringt Dengue-Fieber nach Europa

Übertragen wird das Virus von der Asiatischen Tigermücke, die normalerweise nur in Asien, Südamerika und Afrika vorkommt. Wegen der steigenden Temperaturen in Europa wird die Mückenart aber auch bei uns immer häufiger aktiv - mit fatalen Folgen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte schon vor wenigen Wochen davor gewarnt, dass sich das Dengue-Fieber bei uns ausbreiten könnte. Die jüngsten Fälle in Italien geben den Experten wohl Recht.

Was wir jetzt sehen am Gardasee, ist eine Konsequenz von dem, was sich in den vergangenen Jahren durch den Klimawandel an Risikopotenzial aufgebaut hat. Wir haben die Tigermücken. Die breiten sich aus.

Prof. August Stich, Chefarzt an der Klinik für Tropenmedizin Würzburg

Das sind die Symptome des Dengue-Fiebers

Fieber, Hautausschlag und heftige Gliederschmerzen: Wer sich mit dem Dengue-Virus infiziert hat, wird das als äußerst unangenehm in Erinnerung behalten. Schwere Verläufe oder gar Todesfälle sind zwar eher selten, unterschätzen sollte man das Dengue-Fieber allerdings nicht.

Diese Medikamente sollten man immer dabei haben

Gegen die Symptome des Dengue-Fiebers helfen schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol.

Ganz wichtig aber: Keine Mittel nehmen, die Acetylsalicylsäure enthalten, also zum Beispiel Aspirin. Denn dieser Wirkstoff verdünnt das Blut, ist daher nicht geeignet und kann sogar gefährlich sein.

Dazu sollte man sehr viel trinken. In der Regel ist die Erkrankung dann in ein paar Tagen überstanden. Danach ist der Körper aber noch geschwächt.

(Dieser Artikel wurde erstmals am 06.09.23 veröffentlicht.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. September 2023 | 17:15 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren