Blatt einer Cannabispflanze auf einer Hand
Noch in diesem Jahr soll in Deutschland der Konsum von Cannabis legalisiert werden. Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Cannabis Legalisierung THC, CBD, Marihuana, Haschisch: Was sind die Unterschiede?

23. Februar 2024, 18:59 Uhr

THC, CBD, Dope, Haschisch, Marihuana oder einfach nur Cannabis? Wer sich nicht selbst als Hanf-Experten bezeichnet, kann bei den ganzen Begriffen recht schnell durcheinander kommen und den Überblick verlieren. Was genau steckt denn eigentlich dahinter?

Cannabis

Das Wort "Cannabis" ist das lateinische Wort für die Hanfpflanze. Cannabis kann sowohl für Speiseöl, ätherische Öle oder Rauschmittel genutzt werden. Im Gegensatz zur männlichen Hanfpflanze, die auch Femel genannt wird, bildet die weibliche deutlich mehr Knospen. Für die Herstellung von Rauschmittel werden deshalb die weiblichen Pflanzen genutzt.

Cannabisblüten in einer Tüte
Die Blüten der weiblichen Pflanzen werden oft getrocknet und dann als Rauschmittel genutzt. Bildrechte: dpa

THC und CBD

Sowohl THC als auch CBD zählen zu den chemischen Verbindungen, die die Cannabis-Pflanze produziert. THC (Tetrahydrocannabinol) ist besonders für seine psychoaktiven, also die berauschenden Nebenwirkungen verantwortlich. THC wir als Betäubungsmittel eingestuft. Der erlaubte Grenzwert liegt bei einer THC-Konzentration von 1,0 Nanogramm pro Mililiter Blut.

Anders ist das bei CBD (Cannabidiol) - das wird nämlich nicht als psychoaktiv eingestuft. Im Gegenteil: dem CBD wird eher eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Es wird aktuell sogar getestet, ob CBD in der Medizin zum Einsatz kommen könnte. Beispielsweise bei Psychosen oder Schizophrenie. Oder zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen oder Epilepsie. Die Forschungen dazu sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

CBD unterliegt jedenfalls im Gegensatz zu THC nicht dem Betäubungsmittelgesetz und darf legal vertrieben werden, solange der enthaltene THC-Gehalt 0,2% nicht übersteigt.

Marihuana und Haschisch

Cannabis kann zu einer Reihe verschiedener Rauschmittel-Produkte verarbeitet werden. Zwei von den Bekanntesten sind Marihuana und Haschisch. Bei Marihuana handelt es sich um getrocknete Blüten oder Blätter der weiblichen Hanfpflanze. Die werden "Weed" oder "Gras" genannt und am Ende beispielsweise zu "Joints" gerollt und geraucht.

Haschisch dagegen ist Cannabisharz und hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana. Das Harz wird zusammen mit Pflanzenteilen und Streckmittel zu kleinen Platten oder Blöcken gepresst. Diese Platten werden umgangsprachlich übrigens "Dope" oder "Shit" genannt. Das Ganze hat oft eine bräunlich-grüne Farbe und wird genau wie Marihuana meist geraucht.

Eine Person arbeitet mit einer Schere an einer Cannabis-Pflanze.
Als Haschisch wird der Konsum von Cannabisharz bezeichnet, der zu Platten (Dope) gepresst wird. Bildrechte: IMAGO / Emmanuele Contini

Synthetische Cannabinoide

Neben den pflanzlichen Cannabis-Produkten gibt es auch "künstliche" Cannabinoide. Die chemische Struktur dieser Substanzen ähnelt der Struktur des natürlichen THC-Wirkstoffs und setzt an genau denselben Rezeptoren im Gehirn an. Aus diesem Grund kann ein Rausch von synthetischen Cannabinoiden wie ein "normaler" THC-Rausch sein. Andererseits kann der Rausch aber auch ganz anders und teilweise viel intensiver wirken.

Grund dafür ist, dass oft nicht bekannt ist, welche synthetischen Cannabinoide in den gekauften Produkten enthalten sind und wie hoch die Konzentration davon ist. Der Konsum und die Nebenwirkungen dieser Produkte gelten als sehr gefährlich und weitreichend.

Synthetische Cannabinoide werden oft als Kräutermischungen verkauft. Auf die Kräuter werden die künstlich hergestellten Cannabinoide gesprüht, um sie anschließend zu rauchen. Es gibt sie aber auch in Form von Tabletten und Pillen.

Die künstlich hergestellten Cannabinoide gehören zu den Neuen psychoaktiven Stoffen, die unter das Betäubungsmittelgesetz oder das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz fallen. Sie sind also verboten.

Was wird mit der Cannabis Legalisierung bald erlaubt sein?

Dass Cannabis legalisiert wird, steht seit dem 12. April 2023 fest. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir stellten ihren Eckpunkteplan vor.

Daraus geht hervor, dass der Besitz von 25 Gramm Cannabis zum Eigenbedarf für Erwachsene straffrei bleiben soll. Außerdem sollen im privaten Eigenanbau bis zu drei weibliche blühende Pflanzen erlaubt sein.

Ob darunter auch der Konsum von Haschisch fällt oder ob es bei der Legalisierung einen THC-Grenzwert geben soll, muss gesetzlich noch festgelegt werden. Laut aktuellen Erkentnissen der Strafverfolgungsbehörden und dem Zoll liegt der THC-Gehalt von Cannabisblüten bei durchschnittlich ca. 14%. Bei Cannabisharz bei ca. 20%.

Geplant ist die Legalisierung von Cannabis laut dem Bundesgesundheitsminister aber erst im nächsten Jahr.

Quellen

BRISANT
BfArM
Bundesministerium für Gesundheit
caritas
cannabispraevention

(Dieser Artikel wurde zuerst am 29.4.2023 veröffentlicht.)

BRISANT

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