"Saisonal abhängige Depression" Mieses Wetter, schlechte Laune, Winterblues - Diese Tipps helfen

Dunkles Wetter, miese Laune - in diesen Wochen und Monaten keine Seltenheit. Wie der sogenannte Winterblues, auch Winterdepression genannt, entsteht und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Zwei Menschen laufen in einer Winterlandschaft
Keine Sonne in Sicht. Bis zum Frühling können Menschen unter dem sogenannten Winterblues leiden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Frank Sorge

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In der Weihnachtszeit sorgen hell erleuchtete Städte mit ihren Weihnachtsmärkten und einem Schuss Glühwein bei vielen für schöne Tage und Abende mit Freunden oder Familie. Die Stimmung ist gut und ausgelassen, doch was passiert danach? Spätestens im Januar ruft der Alltag und die eben noch besinnlichen Tage werden nicht nur optisch sondern auch gefühlt wieder mausgrau. Es ist kalt, regnet oder schneit und der Frühling ist noch lange nicht in Sicht. Das sorgt bei vielen Menschen für ein Stimmungstief, auch Winterblues, Winterdepression oder eine harmlose Variante der "saisonal abhängigen Depression" (SAD) genannt.

Leere Sitzbank, dahinter Person am See
Das Stimmungstief in der grauen Jahreszeit wird auch als Winterblues oder Winterdepression bezeichnet. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Hormone sorgen für Glücksgefühle

Das Wohlbefinden wird zu einem großen Teil durch Hormone gesteuert. Serotonin macht Menschen glücklich, Melatonin sorgt für Müdigkeit. Das Glückshormon wird vor allem durch Licht gebildet. Wird es hingegen dunkler, kommt es vermehrt zur Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, was normalerweise nur nachts passiert. Aber es kommt eben auch an dunklen Herbst- und Wintertagen vor: Kaum Sonne und wenig Bewegung machen Menschen auch tagsüber müde und antriebslos. Die innere Uhr ist außer Takt und man möchte mehr schlafen, kommt morgens schlecht aus dem Bett und hat ständig Lust auf Süßigkeiten, da diese auch für Glückshormone sorgen können.

Winterdepression oder allgemeine Depression?

Saisonal getrübte Stimmung muss noch kein Problem sein. Die meisten Menschen haben Winterdepressionen schon erlebt, doch in Richtung Frühling sollte sie dann nach Angabe von Experten vorbei sein. Wenn zu der Antriebslosigkeit aber noch Schlafstörungen, Angstzustände oder auch Magen-Darm-Probleme kommen, könnte eine Depression vorliegen. Um herauszufinden, ob das der Fall ist, kann dieser Selbsttest helfen. Treten aber dauerhaft starke Probleme auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Hand mit Stift auf einem Klemmbrett, dahinter zwei Hände in einer Raute.
Treten zusätzlich Schlafstörungen oder Angststörungen auf, könnte eine Depression vorliegen, was ärztliche Hilfe erfordert. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Was tun gegen den Winterblues?

Licht, Licht, Licht

Um auch in der dunklen Jahreszeit nicht auf Licht zu verzichten, empfehlen Experten sogenannte Tageslichtlampen. Die leisten mit mehr als 10.000 Lux ein vielfaches von normalen Lampen und können dafür sorgen, dass die Ausschüttung von Serotonin angeregt und die übermäßige Melatonin-Produktion unterbunden wird. Wichtig ist allerdings, dass für entsprechende Effekte Sitzungen mit 15-30 Minuten am Tag nötig sind.

Und auch bei effektiver Anwendung können solche Lampen nur eine Ergänzung in Sachen Licht-Zufuhr gesehen werden. Der Grund: Im Freien wird durch Tageslicht nach wie vor viel mehr Licht aufgenommen als drinnen. Auch wenn es bedeckt ist. Übrigens: Tageslicht hinter einer Fensterscheibe nützt nur wenig, da die wichtigen UVB-Strahlen der Sonne durch die meisten Scheiben gefiltert werden.

An die frische Luft

Selbst bei bewölktem Wetter ist das Tageslicht Experten zufolge im Freien drei- bis viermal stärker als Zimmerbeleuchtung. Das ist schon mal ein Grund, um rauszugehen, doch es gibt noch einen zweiten: Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung und kämpft damit aktiv gegen die Antriebslosigkeit. Gibt man sich ihr hin, wird sie nur noch stärker.

Bewegung und Sport sind die bessere Alternative. Sportler haben selten Probleme mit dem Serotonin-Haushalt, weil der Körper beim und nach dem Sport Hormone ausschütten kann, die glücklicher machen.

Kuscheln, was das Zeug hält

Neben Licht und Schokolade gibt es auch noch andere Wege, Glückshormone auszuschütten. Einer ist das Kuscheln. Nach Angaben von Medizinern reichen schon zehn Minuten am Tag, um die Stimmung aufzuhellen. Das liegt daran, dass Berührungen dafür sorgen, dass bestimmte Hormone entstehen, die sich auf das körperliche Befinden auswirken. Bekanntestes Beispiel in dem Zusammenhang: Das Kuschelhormon Oxytocin.

Lach mal wieder

Lachen kann starken Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit haben. Ein Grund ist, dass beim Lachen Stresshormone regelrecht ausgebremst werden, was für Serotonin-Nachschub sorgt. Außerdem werden mehr als hundert Muskeln im Körper aktiviert, was den Kreislauf ordentlich in Schwung bringt.

Schönes erleben

Den inneren Schweinhund überwinden und sich aufraffen, kann wahre Wunder in tristen Zeiten bewirken. Man sollte sich also nicht auf die Couch zurückziehen und sein "Leid" zelebrieren, sondern aktiv etwas dagegen tun. Raus gehen, Freunde treffen, für schöne Erlebnisse sorgen, sind hier klar die bessere Alternative.


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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. März 2023 | 17:15 Uhr

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