Lächelnde Frau beim Stricken

5 erstaunliche Erkenntnisse Stricken: Gesünder, als Sie denken!

Stand: 24.06.2025 • 18:53 Uhr

Stricken liegt im Trend – und das völlig zu Recht! Denn wer zu Wolle und Nadeln greift, tut auch dem Kopf und der Seele etwas Gutes. Stricken kann das Gehirn fit halten, Stress abbauen und sogar das Wohlbefinden steigern:

INHALT DES ARTIKELS:

1. Stricken ist gut fürs Gehirn & gegen Demenz

Stricken ist Handarbeit - und gleichzeitig ist das Gehirn enorm daran beteiligt: Konzentration, Hand-Auge-Koordination und verschiedene motorische Abläufe fordern die Synapsen im Gehirn.

Das bleibt nicht ohne Wirkung: Eine Studie der Mayo Clinic zeigt sogar, dass geistig anregende Aktivitäten wie Handarbeiten bei Menschen über 70 das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen im Alter senken. Das kann im besten Fall auch bei der Demenz-Vorbeugung unterstützen.

Wer erst stricken lernt, tut seinem Gehirn ebenso etwas Gutes, denn der Lernvorgang fördert die sogenannte Neuroplastizität des Gehirns: Es bleibt flexibel und lernfähig durch neue Verbindungen zwischen Nervenzellen. Handwerkliche Tätigkeiten sind damit spitze in Sachen Hirntraining:

Wir sehen, dass Menschen die handwerken [...] oder eben handarbeiten, ein geringeres Demenzrisiko haben und generell der kognitive Verfall weniger stark ist
Thomas Klausberger, Neurobiologe und Leiter des Zentrums für Hirnforschung an der Med-Uni Wien | Der Standard
Eine Seniorin sitzt strickend auf dem heimischen Sofa

Egal ob jung oder älter: Stricken hält das Gehirn jung.

2. Stricken beruhigt & senkt den Blutdruck

Wer bereits stricken kann, für den ist der Vorgang auf besondere Weise entspannend. Viele kommen dabei in einen sogenannten "Flow": Dieser Zustand entsteht, wenn eine Aufgabe genau die richtige Mischung aus Herausforderung und Können bietet.

Das Gehirn ist dann hochkonzentriert, Belohnungs- und Glückshormone wie Dopamin werden ausgeschüttet.

Das trägt dazu bei, Stress abzubauen und den Cortisolspiegel zu senken, wie Neurobiologe Thomas Klausberger erklärt: "Beim Arbeiten mit den Händen [...] wird die Cortisolausschüttung heruntergefahren, das Gehirn kann in einen anderen Rhythmus verfallen und im Hintergrund verschiedene Dinge und Eindrücke verarbeiten", sagt der Neurobiologe.

Eine Großmutter hilft ihrer Enkelin beim Stricken.

Stricken lernen macht Spaß und ist gesund. Mit der Oma ist es besonders schön!

3. Stricken ist kreativ

Wer ein Leben lang die gleichen Socken strickt, ist auf Dauer vielleicht nicht besonders kreativ.

Ganz anders, wenn man sich neue Muster überlegt oder sich an ein besonders kompliziertes Stück wagt: Da läuft die Kreativität auf Hochtouren.

4. Stricken hilft der seelischen Gesundheit

Dass Stricken eine beruhigende Wirkung hat, spüren viele Menschen, die gerne Socken, Schals und Pullis aus Wolle zaubern.

Eine Studie aus Schweden macht das auch wissenschaftlich deutlich: Stricken verbessert das psychische Wohlbefinden. Dabei wirkt es sowohl kurzfristig (weil es schnell Entspannung bringt) als auch langfristig, da es die mentale Stabilität verbessern kann.

Frau beim Stricken

"Eine links, eine rechts" - Stricken kann beruhigen und dennoch kreativ sein.

5. Stricken macht glücklich

Wer mit den Händen arbeitet, macht sich selbst eine Freude. Stricken ist damit neben der handwerklichen Tätigkeit auch etwas, das man richtig genießen kann.

Und dann erst das Glücksgefühl, wenn das gute Stück fertig ist und man damit vielleicht sogar noch jemand anderem eine große Freude bereiten kann - unbezahlbar!

Quellen und weiterführende Links Pfeil runter

BRISANT
Der Standard
Mayo Clinic
National Library of Medicine
Journal of Occupational Science
BR
MDR
SRF

Gesundheit & Vorbeugen

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. Juni 2025 | 17:15 Uhr

Pfeil hoch