Black-Friday-Einkaufstasche
Am "Black Friday" scheiden sich die Geister: Sinnvolles Sparen oder dreiste Abzocke? Bildrechte: IMAGO / Alexander Limbach

Einkaufen mit Köpfchen "Black Friday" und "Cyber Monday": Fünf Tipps für echte Schnäppchenjäger

25. November 2023, 09:36 Uhr

Die Rabattschlacht am "Black Friday" und am "Cyber Monday" hat auch in Deutschland viele Freunde. Doch bei der Jagd nach vermeintlichen Schnäppchen kurz vor Weihnachten ist Vorsicht geboten. Worauf man achten sollte, erfahren Sie hier.

Am 24. November ist "Black Friday", am 27. November "Cyber Monday". Fast schon traditionell rufen zahlreiche Anbieter auch in diesem Jahr wieder zur Schnäppchenjagd auf. Schon in den Tagen davor locken vor allem Onlinehändler mit vermeintlich hochprozentigen Rabatt-Angeboten. Und die kommen vielen Menschen wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten sicher gelegen. Doch Vorsicht ist geboten, damit sich vermeintliche Schnäppchen nicht als reine Abzocke erweisen.

Auf einem Smartphone ist die Website von Klarna geöffnet. 3 min
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Brisant Do 23.11.2023 17:10Uhr 02:31 min

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Damit Sie sicher durch den Rabatt-Wahn kommen, könnten diese Tipps helfen.

1. Preise vergleichen mit einer Wunschliste

Bevor sich Online-Shopper supergünstige, aber letztlich doch völlig unnütze Produkte andrehen lassen, sollten sie sich überlegen: Was brauche ich wirklich? Und wie viel Geld bin ich bereit, dafür auszugeben? Spontankäufe sollten vermieden werden und dabei kann eine eigene Wunschliste helfen.

So können Schnäppchenjäger Preise einfach vergleichen und das auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Denn viele Händler werben zwar mit hohen Prozenten - sie berechnen den Rabatt aber oft auf die ursprüngliche unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Dabei handelt es sich um freie Empfehlungen, die viele Händler auch sonst unterbieten. Eine beliebte Masche ist es laut Verbraucherschützern auch, kurz vor den Rabatttagen die Preise anzuheben, um sie dann wieder zu senken. Außerdem werden oft Ladenhüter oder Auslaufmodelle zu Schnäppchenpreisen angeboten.

Ein Black-Friday-Schild mit 20 % Rabatt ist in einem Schaufenster zu sehen.
Immer größer wirkende Rabatte sollen Verbraucher zum Konsum animieren. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Sipa USA

Einfacher Preisvergleich per Gesetz?

Seit Mai 2022 müssen Anbieter bei der Werbung mit Preisermäßigungen den jeweils günstigsten Preis der letzten 30 Tage nennen. Bei Waren, die nach Gewicht oder Volumen abgefüllt werden, müssen sie außerdem die Kilogramm- oder Literpreise anzeigen. So soll der Preisvergleich einfacher werden. Extra-Tipp: Bei Vergleichsseiten kann auch ein Preisalarm eingestellt werden, dann kommt eine E-Mail, sobald ein Angebot unter der eingestellten Grenze liegt.

Gestapelte Geldmünzen
Gesetzliche Neuerungen könnten bald beim Preisvergleich helfen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Black Friday Immer am letzten Freitag im November, dem Tag nach Thanksgiving, findet in den USA der Black Friday statt. Viele Amerikaner nutzen den Brückentag für ihre Weihnachtseinkäufe. Dadurch hat sich der Black Friday in den USA zum umsatzstärksten Tag des Jahres entwickelt, an dem fast alle Geschäfte die Kunden mit besonderen Schnäppchen locken. Dieses für Händler extrem erfolgreiche Konzept wurde vom iPhone-Hersteller Apple nach Deutschland exportiert. Hier findet der Black Friday seit 2006 statt.

2. Vertrauenswürdigkeit von Shops prüfen

Wer auf Betrüger hereinfällt, verliert meist einfach nur Geld. Deshlab sollten Kundinnen und Kunden Onlineshops gut prüfen. Fake-Shops, die gar nicht existieren oder minderwertige Ware verschicken, seien noch immer ein großes Problem, warnt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Hier lassen sich Anbieter kostenlos auf Seriösität prüfen.

Ein gutes Zeichen ist auch ein funktionierendes Trusted-Shops-Siegel, das beim Anklicken ein Fenster mit dem Zertifikat öffnet. Dort können Verbraucher auch die Internetadresse abgleichen, denn manchmal bauen Betrüger Klone vertrauenswürdiger Internetshops, die sich bei der URL nur in einem Buchstaben vom Original unterscheiden.

Auch das Kleingedruckte wie Impressum, Datenschutzerklärung und Widerrufsbelehrung kann Hinweise enthalten. Genau wie die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Vorsicht gilt immer dann, wenn als Betreiber nur eine Postfachadresse angegeben wird.

Gütesiegel von Trusted Shops
Das Trusted-Shops-Siegel gibt Auskunft über die Vertrauenswürdigkeit von Online-Shops. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Future Image

3. Versandkosten, Lieferzeiten und Bezahlmethoden checken

Am Ende des Bestellvorgangs lauert häufig eine böse Überraschung: hohe Versandkosten. Um das zu vermeiden, sollten Verbraucher verschiedene Versandoptionen ausprobieren - vielleicht ist ja die Lieferung in die Filiale um die Ecke kostenlos. Außerdem sollte auf die Lieferdauer beachtet werden, denn so manches Schnäppchen kann wegen hoher Nachfrage mitunter erst Monate später geliefert werden.

Zahlungen sollten nur auf sicheren Webseiten getätigt werden, deren URL mit "https" und dem Vorhängeschloss-Symbol beginnt. Zahlungsdaten sollten auf unbekannten Webseiten nie gespeichert werden - auch wenn sie dann jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Verbraucher sollten außerdem niemals auf Vorkasse bestellen und auch Überweisungen möglichst vermeiden. Sicherer sind Lastschrift, Kreditkarte und Paypal, bei denen Abbuchungen zurückgeholt werden können. Seriöse Shops verlangen dafür auch keine hohen Gebühren.

4. Nicht stressen lassen

Wer sich von den vielen herabzählenden Uhren und "Nur solange der Vorrat reicht"-Hinweisen unter Druck setzten lässt, sollte immer bedenken: Rabattaktionen sind keine Eintagsfliegen. Wer etwas Geduld mitbringt und regelmäßig Preise vergleicht, findet auch in den Wochen und Monaten nach "Black Friday" und "Cyber Monday" immer günstige Gelegenheiten, an sein Wunschprodukt zu kommen.

5. Widerrufsrecht nutzen

Sollten Sie doch etwas gekauft haben, was Sie eigentlich nicht brauchen und voreilig zugeschlagen haben, können Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Das gilt innerhalb von 14 Tagen. Sie können auch ohne Angabe von Gründen vom Verkauf zurücktreten, die Ware zurücksenden und Ihr Geld wiederbekommen.

Doch Vorsicht! Hier lohnt sich ein Blick in die AGB des Verkäufers. Gerade bei großen Geräten oder Speditionslieferungen kann es sein, dass Ihnen für die Rücksendung Kosten entstehen. Manche Artikel müssen auch ungeöffnet zurückgeschickt werden oder können gar nicht zurückgegeben werden, zum Beispiel Lebensmittel. Informieren Sie sich am besten schon vor dem Kauf.

Kritik an "Black Friday" und Co.

Zu der Freude über vermeintliche Schnäppchen auf der einen Seite gesellt sich immer auch Kritik an den Rabatttagen. Das liegt zum einen an den oft schlechten Arbeitsbedingungen bei Onlinehändlern und den gesundheitliche Folgen für die Auslieferer, und zum anderen daran, dass unnötige Einkäufe und häufige Retouren die Umwelt stark belasten. Umweltorganisationen haben aus diesem Grund Gegenbewegungen ins Leben gerufen. Ein Beispiel ist die "Make-Smthng-Week". Sie animiert zum Tauschen, Reparieren und Leihen.

Auch der "Kauf-nix-Tag" geht in diese Richtung. Er findet in vielen Ländern am letzten Samstag im November statt und soll Verbraucher dazu ermutigen, zumindest an einen Tag lang nichts zu kaufen und vor allem: das eigene Konsumverhalten zu reflektieren. In Deutschland ist der "Kauf-nix-Tag" am 25. November und damit einen Tag nach dem "Black Friday".

(Dieser Artikel wurde erstmals am 24.11.2022 veröffentlicht und am 14.11.2023 aktualisiert.)

Quellen und weiterführende Links


BRISANT
AFP
dpa
Verbraucherzentrale
Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale
MDR

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. November 2023 | 17:15 Uhr

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