Eine Frau wird geimpft
Wer sollte sich regelmäßig gegen das Coronavirus impfen lassen? Die Ständige Impfkommission hat eine Empfehlung erarbeitet. Bildrechte: picture alliance/dpa

Stiko-Empfehlung Wer braucht jetzt noch eine Corona-Impfung?

15. Dezember 2023, 11:33 Uhr

Die Corona-Pandemie scheint vorerst überstanden, trotzdem ist das Virus nicht verschwunden und bleibt für bestimmte Gruppen nach wie vor gefährlich. Bei den meisten Menschen liegt die letzte Impfung schon länger zurück. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impf-Empfehlungen deshalb angepasst.

Wird eine Coronaimpfung noch empfohlen?

Die Stiko unterscheidet in ihrer Impfempfehlung zwischen drei Personengruppen: gesunde Menschen zwischen 18 und 59 Jahren, Risikopersonen ab sechs Monate und ab 60-Jährige sowie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Gesunde Menschen zwischen 18 und 59 Jahren

Alle Personen zwischen 18 und 59 Jahren sollen über eine Basisimmunität gegen SARS-CoV-2 verfügen. Das heißt: Sie sollten drei immunologische Ereignisse durchgemacht haben – davon mindestens zwei Impfungen. Das dritte Ereigniss kann entweder eine Impfung oder eine Infektion mit dem Coronavirus sein.

In beiden Fällen kommt das Immunsystem mit dem Erreger in Kontakt und lernt, sich gegen ihn zu verteidigen. Wer dreimal gegen Covid-19 geimpft ist, braucht danach keine weiteren Impfungen.

Gesunden Erwachsenen bis 59 Jahren und Schwangeren werden also keine weiteren Auffrischimpfungen empfohlen - sie sollten aber die Basis-Immunität erreicht haben.

Risikopersonen ab sechs Monate und ab 60-Jährige

Diese Personengruppe kann weiterhin, wenn sie in Kontakt mit dem Coronavirus kommt, schwer erkranken. Dazu gehören zum Beispiel Menschen in Alten- und Pflegeheimen, Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Trisomie 21 und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Neben einer Basisimmunität empfiehlt die Stiko ihnen deshalb alle 12 Monate eine Booster-Impfung, vorzugsweise im Herbst. Die Empfehlung gilt auch für Menschen, die in Medizin und Pflege arbeiten und dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Für sie gibt es keine Impfempfehlung mehr. Vorausgesetzt, sie haben kein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken, weil sie zum Beispiel Trisomie 21 haben.

Jüngere Menschen würden generell seltener schwer an Covid-19 erkranken, zudem sei das Risiko für PIMS – also das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, eine Entzündungskrankheit, die bei Kindern im Zusammenhang mit Corona-Infektionen beobachtet wurde – und Long Covid, also Corona-Spätfolgen, gesunken.

Auch bei Neugeborenen sieht die Stiko keinen Bedarf für eine Impfempfehlung. Sie könnten zunächst vom Nestschutz der Mutter profitieren. Ist die Mutter gegen Covid-19 geimpft, gehen die nach der Impfung gebildeten Antikörper über die Plazenta auf das Kind über. Die Babys haben in ihren ersten Lebensmonaten also einen passiven Immunschutz.

Medizinische Fachangestellte impft eine Frau im Impfzentrum des Landkreises Altötting, Neuötting
Menschen über 60 wird eine jährliche Auffrischung der Impfung empfohlen. Bildrechte: imago images/Wolfgang Maria Weber

Hohe Dunkelziffer bei Coronainfektionen

Viele Menschen in Deutschland haben dem RKI zufolge eine Basisimmunität aufgebaut: durch mindestens zwei Impfungen plus Auffrischimpfung oder Infektion. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Deutschland mehr als 38,4 Millionen Covid-19-Infektionen und rund 174.600 Todesfälle registriert (Stand 15. Juni 2023). Die Dunkelziffer an Infektionen dürfte aber höher sein, da nicht jede Infektion an die Behörden gemeldet wird. Seit Anfang dieses Jahres gehen die Fallzahlen laut RKI deutlich zurück.

BRISANT/dpa/AFP/RKI/Stiko

(Dieser Artikel wurde erstmals am 26.04.23 veröffentlicht.)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. Juni 2023 | 17:15 Uhr

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