Wie gefährlich ist Mpox?Erster Fall von neuer Mpox-Variante in Deutschland
Keine guten Neuigkeiten in Sachen Affenpocken: Bei einem Menschen in Deutschland ist erstmals eine Infektion mit der neuen Mpox-Variante Klade 1b nachgewiesen worden, meldet das Robert Koch-Institut.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums wurde der Fall in Köln nachgewiesen. Der Patient sei männlich, 33 Jahre alt und habe sich die Infektion wahrscheinlich in einem ostafrikanischen Land geholt. Er befinde sich seit dem 12. Oktober in stationärer Behandlung und sei derzeit in Isolation.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Mpox-Variante Klade Ib ansteckender und gefährlicher als frühere Mpox-Varianten. Trotz des Nachweises der neuen Variante geht das RKI aber weiterhin nicht von einem erhöhten Risiko in Deutschland aus.
Affenpocken: Erster Fall in Europa im Sommer
In Schweden wurde bereits Mitte August eine Infektion mit der gefährlichen Variante des Mpox-Virus nachgewiesen. Es war der erste Fall in Europa und außerhalb Afrikas. Nach dem Bekanntwerden des Falls hieß es, die betroffene Person habe sich zuvor in Afrika aufgehalten.
Am 14. August hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite" wegen Mpox ausgerufen – bereits das zweite Mal nach 2022.
Das Epizentrum des Ausbruchs 2024 ist die Demokratische Republik Kongo. Die Zahl der Todesopfer durch Mpox in Afrika ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) mittlerweile auf 1.100 gestiegen. Inzwischen wurde das Virus in 18 Ländern nachgewiesen. Insgesamt seien in Afrika seit Januar etwa 42.000 Krankheitsfälle registriert worden (Stand: 18.10.24).
Der Monkeypox-Virus oder kurz Mpox, wie die Krankheit mittlerweile offiziell heißt, ist seit 1970 ein Gesundheitsproblem in Teilen Afrikas. Seit diesem Jahr breitet sich aber die mutierte Variante Klade Ib immer weiter aus - und die trifft vor allem Kinder, auch die Zahl der Fehlgeburten ist in letzter Zeit stark angestiegen.
2022 auch Fälle in Europa
Schlagzeilen machte 2022 eine vergleichsweise milde Version von Mpox, die in den USA und in Europa beobachtet wurde - unter anderem in England und Deutschland. Auch damals wurde ein Gesundheitsnotstand ausgerufen, der mittlerweile aber wieder beendet ist.
Wie gefährlich sind Affenpocken für den Menschen?
Infektionen mit dem Monkeypox-Virus verlaufen meist glimpflich und rufen in der Regel nur milde Symptome hervor. Aber auch schwere Verläufe sind in Einzelfällen möglich. Ansteckend sind nur Erkrankte, die auch Symptome einer Infektion mit dem Virus zeigen - und auch dann nur bei engem Kontakt!
Ich denke, dass wir keine allzu großen Probleme bekommen werden, was die Pandemie angeht. Es wird nicht so sein wie bei Corona. Das Virus lässt sich sicherlich leichter einschränken und auch die Kontakte reduzieren, als das bei Corona der Fall war, weil sie brauchen wirklich einen engen Kontakt zu den Viren.
Virologe Ingo Drexler | Reuters
In Afrika führt die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod. Bei der zentralafrikanischen Variante des Erregers sterben etwa zehn Prozent der Erkrankten.
Mit Affenpocken infiziert? Das sind die Symptome
Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung - das sind die ersten Krankheitsanzeichen.
Dann kann sich ein juckender, schmerzender Ausschlag mit Bläschen oder Pusteln entwickeln, der sich, meist vom Gesicht ausgehend, auf andere Körperteile ausbreitet. Der Ausschlag sieht je nach Phase unterschiedlich aus und kann Windpocken und Syphilis ähneln.
Wie kann man sich mit Affenpocken anstecken?
Zu seinem Namen kam der Erreger, weil er erstmals im Jahr 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen wurde. Auf den Menschen übertragen werden die Viren durch Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere.
Übertragungen von Mensch zu Mensch sollen durch Kontakte mit Körperflüssigkeiten oder Krusten möglich sein - und damit auch beim Sex. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge genügen schon kleine Tröpfchen, um sich mit dem Virus zu infizieren.
Bei der Mehrheit der 2022 bekannt gewordenen Fälle waren Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten.
Quellen und weiterführende Links:
Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 22. Oktober 2024 | 17:15 Uhr