Ein Mann hält Brennholz
Unter welchen Bedingungen ist das Sammeln von Holz eigentlich erlaubt? Bildrechte: IMAGO / Westend61

Wärme durch Holz Brennholz sammeln im Wald: Was ist verboten, was erlaubt?

02. Mai 2024, 10:26 Uhr

Um den steigenden Heizkosten zu entkommen, zieht es immer mehr Leute in den Wald. Denn dort gibt es Brennholz zur Genüge – so die Annahme. Doch ist es eigentlich erlaubt, Holz im Wald zu sammeln? Oder macht man sich im schlimmsten Fall sogar strafbar? Wir haben die Antworten.

Buchenholz, Fichte, Tanne oder Kiefer: Auf dem Waldboden findet man so einiges, was sich gut im heimischen Ofen machen würde – vor allem jetzt, da die Heizkosten extrem hoch sind. Viele Menschen schauen sich nach Alternativen um. Dabei hoch im Kurs: Selbst mit Holz heizen, denn das ist aktuell billiger als mit Strom oder Gas zu wärmen. Doch: Auch die Preise für Brennholz sind gestiegen. Wäre es da nicht eine gute Lösung, sich im Wald mit Holz einzudecken? In der Theorie ja, doch in der Praxis gibt es einiges zu beachten.

Brennholz als Diebesgut

Ein Wald ist kein unberührtes Stückchen Natur. Jeder Wald gehört jemandem – und somit auch das Holz, das auf dem Boden liegt. Entweder ist der Wald im staatlichen oder im Besitz einer Privatperson. Somit macht man sich schnell strafbar, wenn man unerlaubterweise Holz einsammelt und mit nach Hause nimmt. Auch eigenmächtig Bäume zu fällen, Äste abzuschneiden oder abzureißen, ist verboten und kann mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. 

Anders sieht es mit sogenanntem Leseholz aus: Hier handelt es sich um Holz, das von selbst auf den Boden gefallen ist und keinen dickeren Durchmesser als einen Zentimeter hat.

Leseholz darf man – solange es nicht anders im Landes- beziehungsweise Gemeindewaldgesetz geregelt ist – für den Eigenbedarf sammeln.

Brennholz sammeln mit Holzsammelschein

Benötigt man aber größere Mengen Holz, lohnt es sich, sich an den zuständigen Förster oder das Forstamt zu wenden. Hier kann man einen Holzsammelschein beantragen. Die Gebühren fallen je nach Region unterschiedlich aus, liegen aber meist zwischen fünf und 30 Euro.

Der Holzsammelschein erlaubt es dem Besitzer, im Wald Abfallholz zu sammeln. Heißt: Auch hier darf sich nur an Holz bedient werden, das bereits am Boden liegt. Hilfsmittel wie eine Motorsäge dürfen nicht verwendet oder mitgeführt werden. Zum Zerkleinern ist lediglich eine Handsäge erlaubt.

Wichtig: Der Holzsammelschein gilt immer nur für ein bestimmtes Waldgebiet und muss nach spätestens einem Jahr neu beantragt werden. Zwischen März und Mai ist das Sammeln in der Regel nicht erlaubt, um den Nachwuchs der Wildtiere zu schützen. 

Frischlinge im Wald
Holz sammeln ist im Frühjahr für eine gewisse Zeit tabu. Denn in diesen Monaten kommen besonders viele Jungtiere zur Welt. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Ingolf König-Jablonski

Holzsammelschein: Das muss man beachten

Trotz Holzsammelschein darf man sich im Wald nicht alles erlauben. So muss der Holzsammelschein stets mitgeführt werden, damit er bei Kontrollen vorgezeigt werden kann. Auch muss die gesammelte Menge von einem Förster abgenickt werden. Hier wird kontrolliert, ob die im Schein eingetragene Menge an Holz nicht überschritten wird.

Selber Kaminholz sägen mit dem Selbstwerberschein

Will man im Wald sein eigenes Brennholz sägen, lohnt es sich, einen Selbstwerberschein beim Forstamt zu beantragen. Dieser ist zwingend notwendig, wenn man selbst Hand anlegen möchte. 

Ein Holzfäller mit Kettensäge beim Schneiden eines Baumstamms.
Nicht jeder darf im Wald seine Kettensäge ansetzen. Dafür braucht es nicht nur die richtige Schutzkleidung, sondern auch einen Führerschein. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Bedingung für den Selbstwerberschein ist ein Motorsägen-Führerschein. Hierfür muss ein "Motorsägen-Lehrgang für Brennholz-Selbsterwerber" absolviert werden, der in der Regel zwei Tage dauert. 

Nach dem bestandenen Lehrgang kann man Brennholz an schon gefällten Bäumen selbst absägen. Was das gesammelte Holz dann genau kostet, sagt einem der Förster. Hierfür wird die Qualität bestimmt und die Menge abgemessen.

Dieses Holz eignet sich zum heizen

Holzsammelschein – check? Selbstwerberschein – check? Dann kann der Winter ja kommen, für ausreichend Holz müsste gesorgt sein. Doch welche Art eignet sich besonders gut zum Heizen?

Im Prinzip können alle Holzarten zum Heizen verwendet werden, doch diese machen sich besonders gut als Wärmequelle:

  • Buche
  • Eiche
  • Esche
  • Birke

Als Faustregel gilt: Je schwerer die Holzart, desto höher der Brennwert des Holzes. Das heißt: Hartholz hat einen höheren Brennwert als Weichholz. Heizen Sie mit Weichholz, müssen Sie häufiger Brennholz nachlegen.

Harthölzer lassen sich zwar zum Teil schwerer anzünden, der Brennwert ist allerdings größer, der Holzscheit hält länger und gibt länger Wärme ab.


Brisant/agrarheute/Bayrischer Staatswald

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